Wie alles begann...

Angefangen hat alles im Jahr 1998: Sabriye Tenberken, selber blind, gründete zusammen mit Paul Kronenberg in Tibet eine Schule für Blinde und sehbehinderte Kinder (Braille without Borders). Sie zielten hauptsächlich auf die Ermächtigung von blinden und sehbehinderten Kindern und Jugendlichen. Die Schüler erhielten die Möglichkeit, sich selbständig in reguläre Schulen und die Gesellschaft zu integrieren. Nachdem die Schule in Tibet etabliert und akzeptiert war, gründeten die Beiden eine grosse Farm ausserhalb von Lhasa, die blinden Erwachsenen eine Ausbildung und Einkommen bietet. Die Auszubildenden wurden zu erfolgreichen Universitätsstudenten, sie gründeten ihre eigenen Geschäfte oder starteten eigene sozialen Projekte. Das weltweit einzigartige Ausbildungskonzept für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in der autonomen Region Tibet, wird noch immer international als Modell-Projekt diskutiert und hat weltweit Nachahmer gefunden. Eines der ersten Ziele war, dass das Projekt in Zukunft von ehemaligen Schülern geführt wird. Während der Startphase mussten viele Herausforderungen gemeistert werden und Fehler wurden gemacht. Um die Schüler auf alle Herausforderungen und Fehler vorzubereiten, suchten Sabriye und Paul nach einer Ausbildung, welche sie in einer praktischen Art und Weise vorbereiten würde. Eine solche Schule fanden sie weltweit nicht. Aus diesem Grund entschieden die beiden, das kanthari-Trainingszentrum zu gründen, um ihre Erfahrungen an andere „Social change maker“ weitergeben.

Im Jahr 2018 musste Braille Without Borders die Projekte in Tibet schweren Herzens beenden. Der Vertrag wurde von Seiten Regierung ohne Begründung nicht verlängert. Braille without Borders war eine der letzten aktiven Stiftungen in Tibet.