1. Quartalsbericht 2022

Nematullah Ahangosh während dem ersten Livesaving Workshop

Quartalsbericht 1 - 2022

“Willst du Frieden, sprich nicht mit deinen Freunden, such das Gespräch mit deinen Feinden.” - Desmond Tutu

“Kann unsere Einstellung unser Überleben beeinflussen?”, eine wichtige Frage, die Nematullah Ahangosh den Teilnehmern seines ersten Lifesaving-Camps stellte. Das Camp, ein Pilot-Projekt seiner neuen Organisation Stretch More, fand auf unserem Campus im letzten Februar statt. 
Nematullah ist selbst aufgrund einer angeborenen Muskelerkrankung gehbehindert. Er stammt aus Afghanistan und weiß aus erster Hand, dass behinderte Menschen in Krisen- und Kriegszeiten oft vergessen werden. Sie müssen ihren eigenen Weg aus dem Chaos finden. Vier blinde junge Keralaiten nahmen am Camp teil. Sie lernten Schwimmen, Erste Hilfe und Überlebenstechniken. 

Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen, liebe Freunde und Freundinnen

Während die Welt mit der Covid-19-Pandemie immer noch vor einer schwierigen Herausforderung steht, ist eine andere Krise in aller Munde: der Krieg. Auch wenn es den Anschein hat, dass der einzige Krieg derzeit in der Ukraine stattfindet, möchten wir Sie an die vielen Orte auf der Welt erinnern, an denen im Namen von Religion, nationalen Interessen oder natürlichen Ressourcen seit vielen Jahren Konflikte ausgetragen werden. Unschuldige Zivilisten sterben, Landschaften werden zerstört und obendrein heizt sich das Klima drastisch auf. Angesichts dieser düsteren Aussichten stellt sich die Frage: Können wir etwas dagegen tun? Nun, wir glauben schon! 
Jedes Jahr schließt sich eine neue Generation von hoffnungsvollen und engagierten Initiatoren dem kanthari-Netzwerk an. 
Diese kantharis zeigen durch ihre eigene Geschichte, durch ihre Kraft Krisen zu meistern, dass es sich lohnt, für diesen Planeten, für Randgruppen, für Barrierefreiheit und eine gerechtere Welt für alle einzutreten. 

Hier, wie auch in unseren vorhergehenden Berichten, einige Beispiele von kantharis, die sich für einen positiven Wandel in ihren Gemeinschaften einsetzen:

Marvelling Roots  - Indien - Kerlinda War - 2018 kanthari

Kerlinda War kommt aus Meghalaya. Sie wurde aufgrund ihrer Körpergröße in ihrer Kindheit schikaniert und ausgegrenzt. Daher konnte sie sich leicht mit jenen Kindern identifizieren, die aus den unterschiedlichsten Gründen diskriminiert wurden. Besonders verband sie sich mit behinderten Kindern. Nach einem Spezialstudium in Rehabilitation bewarb sie sich für kanthari mit der Idee, ein Projekt für Kinder mit langsamem Wachstum und körperlichen Beeinträchtigungen zu starten. Ihre Organisation Marvelling Roots bietet heute Schulungen für Eltern an und arbeitet an der Frühförderung von behinderten Kindern. Kerlinda und ihr Team haben bereits 80 Kindern mit Behinderungen in ihrer Rehabilitationseinrichtung und in Workshops über Behindertenrecht aufgenommen. Insgesamt hat ihre Organisation mehr als 200 Menschen geholfen, das Bewusstsein für die Integration von Kindern mit Behinderungen in die allgemeine Gesellschaft zu schärfen.

Links: Kerlinda War, Indien / Mitte: Mark Sabwami, Kenia / Rechts: Gumbo Majubwa, Tansania

Khanya Africa - Simbabwe - Mirranda Tiri - 2021 kanthari

Sexueller Missbrauch, Vernachlässigung durch die Familie und Rückzug aus der Gesellschaft prägten Mirrandas Kindheit. Daher gründete sie “Khanya Africa” mit dem Ziel, jungen Frauen und Mädchen ihre Würde und ihr Selbstwertgefühl zurückzugeben. Um ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen zu stärken, werden Workshops und Wildnis Camps organisiert. Anfang dieses Jahres organisierte Mirranda bereits ihren ersten Khanya-Africa-Workshop mit 14 Jugendlichen im Alter zwischen 9 und 20 Jahren. Viele erzählten von ihren Gefühlen, ihren Ängsten, nicht geliebt zu werden, von ihren Zukunftssorgen, aber auch von ihrer Hoffnung, geeignete Lösungen für ihre Probleme zu finden. Ruvimba (Name geändert), 18 Jahre alt, erzählte zum ersten Mal in ihrem Leben von dem sexuellen Missbrauch, den sie als kleines Mädchen erlebt hatte. Und genau wie Mirranda will sie kein Opfer sein, sondern anderen Kindern helfen, sich zu wehren.

ambakofi - Tansania - Gumbo Majubwa - 2017 kanthari

Nach längerer Zeit kontaktierten wir Gumbo, der uns das Folgende schrieb: “In den letzten drei Monaten waren 24 Kleinbauern in den Dörfern Mihuga, Chalinze District, Tansania, damit beschäftigt, ihre Felder vorzubereiten. Die Bauern teilen sich die Arbeitszeit zwischen der Vorbereitung ihrer Familienparzellen und unserem regenerativen Agroforstprojekt ambakofi auf. Die Gruppe hat zweieinhalb Hektar Land gesäubert, um mit dem Modellbetrieb zu beginnen, der verschiedene Erhaltungstechnologien unterstützt. Im Dorf Ushongo im Distrikt Pangani hat die aus 31 Fischer-familien bestehende Fischer-Gemeinschaft mit der ökologischen Mangrovenrenaturierung begonnen. Nachhaltige Fischerei braucht gesunde Mangrovenwälder. Unter unserer Aufsicht spielen sie eine wichtige Rolle dabei, die Natur bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Zu den Arbeiten gehört die Beseitigung von Schlamm und festen Abfällen in den Wasserkanälen, um einen aus-reichenden Wasserkreislauf zu ermöglichen. Eine weitere Aktivität, an der wir arbeiten, ist die Aufzucht von 1000 Baumsetzlingen bis Ende April. Diese Setzlinge werden in unseren Projekten in den Dörfern Mkange und Mihuga sowie in den Grundschulen hier in Bagamoyo Town eingepflanzt.”

Links: Social Work Studenten zu Besuch bei kanthari / Links: Vellayani See Reinigungsaktion

kanthari Campus

Die ersten drei Monate jeden Jahres stehen normaler Weise unter dem Zeichen Abschied von der vorhergehenden Gruppe und Vorbereitung auf die nächste. Ein Highlight ist für alle Katalysatoren der dreitägige Workshop, in dem wir uns intensiv mit dem Kurrikulum auseinandersetzen. Es wird kritisch bewertet und Bewährtes wieder neu in den Lehrplan eigebettet. So bleiben wir dynamisch und gehen mit der Zeit.
Dann gibt es jährlich Reparatur- und Wartungsarbeiten im Innen- und Außenbereich, verstärkte Reinigungsaktionen des Sees sowie Führungen von Besuchergruppen. Zum ersten Mal nachdem Covid Einzug gehalten hatte, konnten wir wieder Architektur- und Sozialwissenschaftsstudenten, aber auch Gruppen von interessierten Regierungsangestellten durch den Campus führen. Wichtig für uns ist die Zeit, um die richtigen Initiatoren für den kommenden Kurs auszuwählen. Wir glauben, wir sind auf dem richtigen Weg.

kanthari und kantharis in den Medien:

– Der indische Vlogger Sai Sharma drehte einen video clip über kanthari
– Das lokale Fernsehen berichtete am Internationalen Frauentag über kanthari 
– Jane Waitheras Kampf gegen die Stigmatisierung von Albinismus – Deutsche Welle-TV
– Erleben Sie einen Flug über den kanthari campus
Yampier Aguiar Durañona interviewte einige kantharis für die Giraffe Heroes “Stick Your Neck Out Podcast”:
– Ausbrechen aus binären Konzepten – Niwas Kumars Gender-Free Learning Centre
– In die Hölle und zurück – Precious Hearts Haven Rettung und Schutz.
– Im Januar empfing kanthari der Bharat Sevak Samaj Award
– Und die wöchentlichen Blogbeiträge finden Sie hier

kanthari und kantharis in den Medien:

Am Samstag, 15. Oktober 2022 lädt das idyllische Hotel Hammer im luzernischen Eigenthal zum Vortrag mit Sabriye und Paul. Die beiden werden berichten, weshalb sie die Sicherheit von Europa verlassen haben und sich mit Herzblut für benachteiligte Menschen vom Rand der Gesellschaft einsetzen. 

Mehr Informationen zum Anlass finden Sie unter:
www.kanthari.ch/sabriye-und-paul-in-der-schweiz/ / www.hotel-hammer.ch/kultur

Eintritt mit Aperitif und Abendessen: CHF 100, mit Übernachtung: CHF 150
Der Betrag jedes Eintrittes wird der kanthari Foundation Switzerland zugewendet.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! 
 

Liebe Leserin, Lieber Leser

Die Welt macht gerade eine schwierige Zeit durch. Es ist wichtig, dass wir die Hoffnung nicht verlieren und gerade jetzt Solidarität mit denen zeigen, die in Not sind und Seite an Seite mit denjenigen stehen, die den Mut haben, sich aktiv an einer gesünderen, friedvolleren, sozialeren Zukunft zu beteiligen. 
Für jede Unterstützung, die uns hilft, unsere Arbeit fortsetzen zu können, möchten wir uns herzlich bedanken. 
Wenn Ihnen die Lektüre dieses Newsletters gefallen hat, leiten Sie ihn bitte an andere Interessierte weiter. Mit herzlichen Grüßen aus Kerala, 

sabriye und paul  

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