3 . Quartalsbericht 2021

Im 3. Quartalsbericht 2021 stellen wir Ihnen drei weitere der diesjährigen kanthari Teilnehmer vor. Akhina und Puneet aus Indien sowie Tobi aus Nigeria.Erfahren Sie mehr über ihre Projektideen und ihre Hintergründe.

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2 . Quartalsbericht 2021

Quartalsbericht 2 - 2021

"Du weißt nie, wie stark du bist, bis stark sein deine einzige Wahl ist." - Bob Marley

Die vergangenen anderthalb Jahre waren weltweit für alle eine grosse Herausforderung. Und die Pandemie scheint noch lange nicht vorbei zu sein. Hier in Indien waren besonders die letzten drei Monate extrem herausfordernd. Das Zitat von Bob Marley trifft sicher bei vielen von der Krise betroffenen Menschen zu, die nur noch eine Wahl hatten, nämlich stark zu sein. Unsere Gedanken sind bei all jenen, die einen geliebten Menschen verloren haben oder die derzeit mit einer COVID-Infektion und/oder mit den vielen damit verbundenen Herausforderungen zu kämpfen haben. Auch wenn die Nachrichten in diesen Tagen hauptsächlich negativ sind, möchten wir in diesen Bericht einige aufmunternde Neuigkeiten mit Ihnen teilen.

Trotz einer Vielzahl von Problemen und bürokratischen Hürden haben wir es geschafft, den 12. kanthari-Kurs zu starten. Da die Pandemie alle gezwungen hat, sich anzupassen, haben auch wir das getan. Im April begannen wir den Kurs mit wöchentlichen Online-Sessions in kleinen Gruppen. Im Mai, inmitten eines strengen Lockdowns, kamen die Teilnehmer auf dem Campus an. Alle Teilnehmer wurden unter Quarantäne gestellt und, nachdem alle COVID-Tests negativ ausgefallen sind, konnte am 31. Mai 2021 das Training mit 17 Teilnehmern aus 7 Ländern endlich beginnen. Wir möchten allen, die geholfen haben, das zu ermöglichen, ganz herzlich DANKEN.

knock - kanthari Netzwerk für Veränderung und Wissen

“Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh gemeinsam.” -Afrikanisches Sprichwort.
Ein Netzwerk von Gleichgesinnten, die alle etwas bewegen wollen, birgt ein enormes Potenzial. Der Austausch von Informationen, Herausforderungen, Ressourcen, Lösungen, aber auch von Gefühlen/ Frustrationen und Erfolgen ist äußerst wertvoll und kann zu einem effektiveren Impact führen. An der Spitze des kanthari-Netzwerks für Veränderung und Wissen steht Meghana Raveendra, 2019 kanthari Absolventin und Gründerin von Moringa. Derzeit baut sie das kanthari-Netzwerk weiter aus und wir halten sie gerne über die Wirkung und das Erreichte auf dem Laufenden.

INANI

Die COVID-19 Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns haben eine globale Krise ausgelöst. Sie hat uns gezwungen, anders zu denken und entsprechend zu handeln. Wir haben aus erster Hand erlebt, wie die Verteilung von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Sachen gestört wurde. Um für ähnliche Situationen in der Zukunft gewappnet zu sein, müssen wir unsere derzeitigen täglichen Praktiken überdenken und hinterfragen: Wie können wir auf eine nachhaltigere Art und Weise konsumieren? Wie können wir umweltfreundliche Alternativen für die Produkte entwickeln, die wir täglich verwenden? Wie können wir die Umwelt, unsere Tiere und unsere endlichen Ressourcen mit höchstem Respekt behandeln? Wie können wir Abfall reduzieren? Wir sind davon überzeugt, dass das geht indem wir Produkte mit

einfachen Methoden und unter Verwendung natürlicher und biologisch abbaubarer Rohmaterialien herstellen. Und indem wir praktische Lösungen finden, um ein gesundes Leben mit dem kleinstmöglichen ökologischen Fußabdruck zu führen. Um diese Philosophie in die Tat umzusetzen, haben wir das INANI- Programm gestartet. INANI bedeutet “Wert” in der Zulu-Sprache und beinhaltet 5 Elemente: Pro-Abfall, Pro- Körper, Pro-Nahrung, Pro-Fauna und Pro-Flora. Mehr dazu im nächsten Quartalsbericht.

kanthari-Teilnehmer 2021

Precious Hearts Haven - Simbabwe - Precious Kiwiti

“Fast 60% der Frauen und Mädchen in Simbabwe werden oder sind Opfer von häuslicher Gewalt. Sie haben Angst, ihre Meinung zu sagen, leiden an psychotraumatischen Erkrankungen oder begehen sogar Selbstmord. Als Überlebende von häuslicher Gewalt fehlte mir der Zugang zu den dringend benötigten Dienstleistungen und einem Unterstützungssystem. Deshalb gründete ich die Organisation Precious Hearts Haven, eine gemeinnützige Organisation, die Dienstleistungen, psychologische und praktische Unterstützung für Frauen anbietet, die sich hoffnungslos fühlen. Unsere Hauptziele sind die Rettung und Unterbringung von Opfern und Überlebenden häuslicher Gewalt, eine 24-Stunden-Krisenhotline, psychosoziale Unterstützung, Training in einkommens- schaffenden Selbsthilfeprojekten sowie Advocacy- Aktivitäten gegen häusliche Gewalt. Ich stelle mir eine Gemeinschaft vor, die frei von Gewalt und Missbrauch in jeder Form ist. Ich möchte die Hoffnung wiederherstellen, dass aus Opfern Überlebende werden, die widerstandsfähig sind, mit einem neuen Gefühl von Würde und Selbstwert aufstehen und so Gewalt und Missbrauch hinter sich lassen.” – Precious Kiwiti.

Shivani Kumari - Indien - Soil4Soul

“Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, indem es eine Sprengstoff-Fabrik gibt. Ausserdem finden viele Bergbauaktivitäten, Abholzung und industrielle Landwirtschaft statt. Viele Neugeborene und auch Erwachsene leiden an verschiedenen chronischen Krankheiten und Sehproblemen. Ich selbst bin von einer Sehschwäche und chronischen Magenproblemen betroffen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass all dies Folgen der Umweltverschmutzung sind. Es war klar für mich, dass ich etwas unternehmen musste. Ich kündigte meinen Job und lernte durch Besuche und Praktika bei verschiedenen Organisationen in ganz Indien alles Nötige über natürliche Landwirtschaft. Die COVID-19 Pandemie machte mich zusätzlich auf weitere Probleme aufmerksam. Nach Jahren der grünen Revolution hatten die Bauern große Verluste zu verzeichnen und wanderten in die Städte ab, um dort zu arbeiten. Um diese Abwanderung zu stoppen, gründete ich Soil4Soul und führte regenerative Agroforstwirtschaft auf unfruchtbarem und brachliegendem Land ein. Agroforstwirtschaft sichert ganzjährige Beschäftigung, Ernährung, niedrige Inputkosten, minimale Bodenbearbeitung und durch die Wiederherstellung des Ökosystems hilft sie auch im Kampf gegen den Klimawandel.” – Shivani Kumari

Nematullah Ahangosh - Afghanistan

“Jahrzehnte des Krieges und Bombenangriffe in Afghanistan haben zu Armut, Kinderarbeit und Behinderungen geführt. Persönlich bin und war ich von allen drei betroffen. Ich erlebte Armut und musste als Kind auf den Straßen Kabuls Zigaretten verkaufen, um meine Familie zu ernähren. Im Alter von13 Jahren wurde ich krankheitsbedingt behindert. Obwohl ich kein Kriegsopfer bin, kann ich mich in die Menschen einfühlen, die Gliedmaßen verloren haben. Damals habe ich mich gefragt, was ich im Leben wirklich will. Mein größter Wunsch war es, unabhängig zu sein und ich habe immer geglaubt, dass ich das Zeug dazu habe, mir eine bessere Zukunft aufzubauen. Mein Traum ist es, das erste Self-Empowerment-Center für Menschen mit körperlichen Behinderungen in Afghanistan zu gründen. Ich werde mich auf Menschen konzentrieren, die wie ich an Muskeldistrophie leiden, an Kinderlähmung erkrankt sind und auf solche, die durch den Krieg Gliedmaßen verloren haben.” – Nematullah Ahangosh

kanthari-Teilnehmer 2021

Manzi Norman - Dream Village - Ruanda (2015 kanthari)

Während des Völkermordes 1994 blieb Manzi keine andere Wahl, als nach Uganda zu fliehen. Dort lebte er in einem Flüchtlingslager, bevor er viele Jahre später in seine Heimat zurückkehrte. Der Genozid war ein Wendepunkt für seine gesamte Familie. Seine Schwester wurde in seinem Beisein von einer Gruppe vergewaltigt. Später stellte sich heraus, dass sie HIV-positiv ist. Viele junge Erwachsene, die mit HIV leben, haben Depressionen, Ängsten und Selbstmordgedanken. Sie kämpfen täglich mit Problemen wie Stigmatisierung, mangelndem Selbstvertrauen und der Suche nach Akzeptanz. Die lange Unterstützung seiner HIV-positiven Schwester, der es heute zum Glück gut geht, inspirierte Manzi zur Gründung seiner Organisation “Dream Village”. Dream Village trainiert Menschen, die mit HIV leben, damit sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können. 

Odunayo Aliu - Bramble - Nigeria (2018 kanthari)

Odunayo arbeitet mit Kindern und Frauen im ländlichen Nigeria. Sie eröffnete ein Trainingszentrum, in dem Mädchen, die nicht zur Schule gehen, mit Modedesign-Fähigkeiten ausgestattet werden. 5 Jugendliche, die gerade eine 11-monatige Ausbildung im Bramble ‘Accelerated Learning Program’ absolviert haben, konnten ihre eigenen Kleider herstellen und sich so komplett selbstständig einkleiden. Im Juni gingen die Vollzeit- Lernenden auf eine sehr aufregende viertägige Exposure-Reise durch zwei Staaten in Nigeria, wo sie 11 verschiedene Orte besuchten.

kanthari in den Medien

Auch im 2. Quartal wurden mehrere kantharis von Yampier Aguiar Durañona von der Stiftung Giraffe Heroes Stick Your Neck out Podcasts interviewt. Klicken Sie auf die Links, um die einzelnen Episoden anzuhören: Njeke Joshua Egbe – Peace Crops for Cameroon – Carolina Ortiz – The hummingbird, (Bolivia) – Sherin Noordheen – The strength to live (Indien) – Sanoj NT – Dangerous life by the tracks (Indien) – KR Raja – A shared sentence, breaing the circle of crime (Indien)   Meghana Raveendra – kanthari network of change and knowledge (world) – Pynhoi Tang’s Sapphire Early Intervention Center (Indien) – Gumisai Bonzo’s Transgender realities (Zimbabwe) – Robert Malunda’s Gateway to Elation (Zimbabwe). Weiterhin halten wir Sie auch über den kanthari Blog auf dem Laufenden.

Wir sind dankbar, dass es möglich war, den 12. kanthari-Kurs zu starten. Vielen DANK auch für Ihre fortlaufende Unterstützung. Nur dadurch können wir weiterhin kantharis in Not helfen.
Bitte teilen Sie diesen Bericht mit Familie, Freunden, Kollegen und allen anderen die interessiert sind. Wir wünschen Ihnen einen wundervollen Sommer, bleiben Sie bitte gesund!

mit herzlichen Grüßen aus Kerala, Indien,
das ganze kanthari Team, sabriye tenberken und paul kronenberg

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Über den folgenden Link, erfahren Sie, wie das geht.  VIELEN HERZLICHEN DANK! 

Jahresbericht 2020

Zwei Jungen und ein kleines Mädchen lächeln. Sie stehen in ihrem Zuhause und haben Lehrmittel und, Schokolade und Stifte in den Händen. Diese wurden im Rahmen der Corona Nothilfe von Mudita School, dem Projekt von Bharat Wankhade aus Indien, verteilt.

Im Jahresbericht 2020 schauen wir auf ein herausforderndes Jahr zurück. Sie erfahren direkt von den kantharis, wie sie die Krise erlebt haben, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind und wie wir sie mit der kanthari Nothilfe unterstützt haben. Ausserdem finden Sie im Jahresbericht mehr über die von uns unterstützen Projekte und deren Wirkung sowie alle wichtigen Zahlen rund um kanthari.

Wir wünschen eine spannende Lektüre!

Scrollen Sie durch die Seiten oder laden Sie sich hier den Jahresbericht direkt als PDF herunter: 

1 . Quartalsbericht 2021

Der 1. Quartalsbericht 2021 ist hier. Sabriye und Paul berichten was sie während der Corona Zeit, ohne kanthari Lehrgang, alles erreicht, entwickelt und unterstützt haben. Sie berichten über zwei kanthari Projekte (Kamerun und Indien) und schreiben über deren Herausforderungen während der Corona Zeit. 

kanthari in Zeiten von Corona

Durch die Covid-19 Krise mussten wir unseren 2020 Lehrgang auf unbestimmte Zeit verschieben. Wir hoffen derzeit, dass wir mitte Juni 2021 wieder starten können. Die Krise beeinträchtig aber auch viele kanthari Absolventen rund um den Globus. Viele mussten ihre Aktivitäten einstellen, haben keinen Zugang mehr zu Funding Quellen und sind oft auch in ihrer persönlichen Existenz bedroht.

Wir haben daher beschlossen, für solche Notfälle schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten. Wir werden direkte finanzielle Unterstützung bieten, dort wo sie jetzt notwendig ist. Es ist uns ein grosses Anliegen, den kanthari Absolventen in den kommenden Monaten unter die Arme zu greifen. So stellen wir sicher, dass sie nach dem Abklingen der Corona Virus Situation möglichst rasch ihre sozialen Aktivitäten wieder aufnehmen. 

Wenn Sie diese Nothilfe der kanthari Stiftung auch unterstützen wollen, dann dürfen Sie das gerne über den folgenden Lin tun. Jeder Betrag ist hilfreich. Vielen herzlichen Dank.