Von Karthik Ganeshan, 2012 kanthari

Ojok Simon und ich kommen von zwei unterschiedlichen Kontinenten. Kennengelernt haben wir uns vor fast einem Jahrzehnt bei kanthari. Seitdem arbeiten wir an der Verwirklichung unserer Traumprojekte.

Ojok stammt aus Gulu, einer Stadt im nördlichen Teil Ugandas. Als kleines Kind wuchs er in einem vom Krieg gezeichneten Land auf. Als er neun Jahre alt war, versuchten Rebellen der Lord’s Resistance Army ihn zu entführen, um ihn als Kindersoldat einzusetzen. Die Rebellen schlugen ihn mit dem Gewehrrücken mehrfach auf die Schläfen. Sie schlugen so fest zu, dass es zu inneren Verletzungen kam. Weil er nicht rechtzeitig angemessen medizinisch versorgt wurde, verlor Ojok nach und nach sein Augenlicht.

Ich stamme aus Pondicherry, wo ich in einem Waisenhaus, zusammen mit geistig und körperlich behinderten Kindern, aufgewachsen bin. Nachdem ich Psychologie studiert und miterlebt hatte, wie behinderten Menschen in Indien die Chance auf Wachstum, Bildung, Beschäftigung, Unabhängigkeit und Respekt verwehrt wird, wusste ich, dass ich etwas tun musste. Ich gründete Sristi Village, dessen Aufgabe es ist, Behinderten Bildung und Chancen zu bieten und sicherzustellen, dass sie mit Würde und Respekt behandelt werden. Heute umfasst Sristi Village umweltfreundliche Wohnungen für alle Bewohner, eine Schule für behinderte Kinder, ein Berufsausbildungszentrum und einen sich selbst versorgenden Bio-Bauernhof. Aber etwas fehlte noch, Bienenstöcke!

Nun, hier kommt Ojok ins Spiel. Ojok folgte seiner Leidenschaft und gründete Hive Uganda. Eine Organisation, die Menschen mit Sehbehinderungen in der Kunst der Bienenzucht ausbildet. Bis heute hat er 150 blinde und sehbehinderte Menschen in Gulu geschult. Dies hat zu einem Umdenken in der Gesellschaft geführt. Früher wurde auf Behinderte und Blinde herabblickte. Jetzt, da sie Imker sind und so zu dem Ernährer der Familie geworden sind, werden sie mit Respekt behandelt.

Als wir den kanthari Lehrgang abgeschlossen hatten, teilten wir den Wunsch, uns eines Tages wiederzusehen. Nun, im September 2021 wurde dieser Wunsch endlich Wirklichkeit. Ojok besuchte uns hier im Sristi Village. Sofort begannen wir, schöne Erinnerungen an die Zeit in kanthari auszutauschen. Es fühlte sich an, als wäre alles gestern passiert. Wir tauschten tonnenweise Erfahrungen aus, die wir in den letzten Jahren in allen Ecken des Lebens und in unsere Projekte gesammelt haben.

Ojok besuchte die Sristi-Gemeinschaft, um einen Eindruck vom Leben in der Gemeinschaft zu bekommen. Er wollte aber auch das Ökosystem und das Leben der Honigbienen in unserer Gegend studieren.

 

Nach 15 Jahren Erfahrung stellte Ojok fest, dass viele Bienen die ökologische Sristi-Gemeinschaft zu ihrem Zuhause gemacht haben. Er ist davon überzeugt, dass es ein idealer Ort ist, um einige Bienenstöcke aufzustellen. So können wir Honig und Bienenwachs zu ernten.

Ojoks Rat bei der Herstellung von sieben neuen Bienenstöcken war von entscheidender Bedeutung für uns. Die Bienenstücke wurden von unserem Team, mit der Unterstützung eines Spenders, gebaut. Außerdem half uns Ojok bei der Suche nach dem richtigen Standort für die Bienenstöcke.

 

Der von den Bienen produzierte Honig wird allen Mitgliedern der Sristi-Gemeinschaft direkt zugutekommen. Außerdem können wir das Sristi Village zu einem Hotspot für das Erlernen der Bienenzucht machen.

 

Die wenigen Tage, die wir zusammen verbracht haben, waren äußerst fruchtbar. Sie zeigen, welche Kraft ein Bündnis mit kantharis und den Gemeinschaften um uns hat. Die Erde reist weiter durch den Kosmos und das gilt auch für unsere Freundschaft.

Wenn kantharis ihre Ideen umsetzen, ist das Ergebnis ein wirkungsvoller sozialer Wandel.

 

Danke Ojok und Danke kanthari.

 

Karthik

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