Von Yampier Aguilar Duranona

Man könnte meinen, dass das Schreiben über einen eigenen Podcast eine leichte Aufgabe ist. Nein, ist es nicht. Zumindest nicht für mich. Als ich auf der Suche nach einem eingängigen Slogan für den Podcast der Giraffe Heroes Foundation war, suchte ich nach etwas, das gut klingt, inspiriert und die ursprüngliche Idee des Podcasts beschreibt. Heute, mit mehr als 35 veröffentlichten Episoden und vielen weiteren in Produktion, bin ich überzeugt, dass der Slogan, den ich gefunden habe, genau zutrifft: “The Podcast to restore your faith in Humanity”.

Ich habe Giraffe Heroes, kanthari Alumni und Friends of Giraffes interviewt. Jeder Einzelne von ihnen hat bemerkenswerte Lebensgeschichten zu erzählen. Tatsächlich beschrieben einige Zuhörer, dass sie “Gänsehaut” bekamen, als sie diese Geschichten hörten und über das Leben und die Arbeit meiner Gäste nachdachten. Nun, ich auch. Es ist eine lustige Sache, Gänsehaut zu bekommen. Manchmal bekommt man sie auf eine positive Art und Weise, manchmal auch, weil es einen erschüttert. Aber eines weiß ich ganz sicher: Die Gespräche mit diesen Menschen, die Recherchen über sie, das Kennenlernen auf diese sehr persönliche Art und Weise haben mir den Glauben an die Menschheit zurückgegeben oder besser, wiederhergestellt. Und ich hoffe, dass es auch den Zuhörern genau so geht wie mir. Helfende Hände, Altruismus und Freundlichkeit sind allgegenwärtig!

Ich möchte hier unsere Geschichte erzählen, die Geschichte dieses Podcasts. Das Giraffe Heroes Project wird bald 40 Jahre alt. Seine Mission ist es, Persönlichkeiten zu unterstützen, die ihren Kopf hinhalten und für die sozialen Themen kämpfen, die wichtig sind: Gerechtigkeit, Freiheit, unsere Umwelt…

Seit drei Jahren ist von Basel aus die Giraffe Heroes Foundation (GHF) aktiv, die sich vor allem um europäische Giraffen kümmert, die ihren Kopf für das Gemeinwohl hinhalten. Ich trat an den GHF-Gründer mit der Idee heran, einen Podcast zu machen. Eine weitere Story-Telling-Plattform, um die Geschichten dieser erstaunlichen Menschen, den “Giraffen” zu verbreiten. Es handelt sich um Geschichten von komplexen und umfangreichen Themen, von Menschen, deren Leben beispielhaft für die Herausforderungen unserer Zeit stehen. Und so begann es.

Zunächst gab es nur Giraffen. Doch beim Hören unserer Episode mit Giraffe Hero Sabriye Tenberken wurde dem GHF-Gründer klar, dass die kantharis prinzipiell etwas Ähnliches tun, wie er und sein Team in der Stiftung anstreben. Er schrieb, und ich zitiere: ” (…) Die gehen es von der Wurzel her an: Sie holen die Giraffen, bevor sie überhaupt richtig selbst erwacht sind – und helfen ihnen dann, das zu werden, was in ihnen verborgen ist. Und daran werden sie sich natürlich immer erinnern und so eine Beziehung und Interaktion mit der Quelle aufrechterhalten, von der aus sie ihre Reise angetreten haben(…)”. Wir sind also dazu übergegangen, nicht nur die Geschichten der Giraffe Heroes zu erzählen, sondern auch kanthari Alumni zu porträtieren.

“In dem, was sie tun, sind die kantharis das perfekte Beispiel und die perfekte Ergänzung für das Giraffe-Heroes-Projekt selbst” – so lautet ein Blogeintrag bei “Staying the Course”, dem Blog eines unserer treuesten Freunde. Und so ist es in der Tat.

kantharis, starke Menschen, die Herausforderungen überwunden haben und mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet sind, um ihre eigenen Organisationen für soziale Veränderungen zu führen. Das Ziel ist es, einen (sozialen) Wandel von Innen heraus zu erreichen – da liegt es auf der Hand, dass sie in ihren eigenen Gemeinschaften etwas bewirken wollen. Es handelt sich nicht um eine bloße Subventionierung, sondern um einen Austausch von Erfahrungen und Fähigkeiten, ein fruchtbares Programm mit einer Win-Win-Situation für alle, die daran teilnehmen. Auch das Anhören des Podcasts ist Teil der Teilnahme – danach aktiv zu werden, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen – das ist natürlich eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss. Unabhängig von den Umständen, in denen sie sich im Laufe ihres Lebens befinden, spielen die Giraffen, kantharis und Freunde von ihnen bei der Verbreitung von einer positiven Einstellung zur Welt eine grosse Rolle 

Nachdem ich diese Plattform geschaffen habe, erinnert mich dieser Podcast daran, warum ich Journalist geworden bin. Ich wollte etwas bewirken, Denkanstöße geben und die Menschen dazu ermutigen, ihr Verhalten zu reflektieren und bestenfalls zu ändern. Diese Geschichten zu hören, mit diesen Menschen zu sprechen, ist eine Bestätigung, dass dieser Podcast kein anderes Motto haben kann.

Aber nicht alles ist ein Zuckerschlecken. So ein Podcast, ist eine große Herausforderung.
Um einen Interview-Podcast wie diesen zu produzieren, braucht man mindestens zwei Personen. Zwei Personen, die in verschiedenen Teilen der Welt sitzen, unterschiedliche Probleme haben und unterschiedliche Möglichkeiten. Einige der Programme, mit denen man arbeiten muss, um Interviews aus der Ferne zu führen, sind nicht sehr Barrierefrei. Viele der Menschen, die versuchen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, sind Menschen mit Behinderungen – zumindest so, wie die etablierte, privilegierte Gesellschaft sie beschreiben würde. Die meisten meiner Gäste sind Menschen, die in sogenannten Entwicklungsländern leben. Manchmal haben sie keinen Strom, unzureichendes Internet oder wirklich alte Geräte. Nicht alle von ihnen haben ein Mikrofon, noch weniger ein Aufnahmegerät, um eine gute Tonqualität zu gewährleisten. Für viele von ihnen ist das keine Priorität.

Da ich in Kuba aufgewachsen bin, sind mir diese Probleme zum Glück sehr vertraut: dass es dringendere Probleme gibt, als einen Podcast aufzunehmen, um seine Reichweite zu vergrößern. Für manche ist die Einhaltung eines Termins ein Problem. Zeit scheint nicht immer und überall gleich gewertet zu werden.
Ich bin mir bewusst, wie privilegiert meine eigene Situation ist, in der ich mich gerade befinde – und doch wünsche ich mir manchmal, dass ich die Aufnahmen wirklich im selben Raum sitzend machen kann – oder zumindest eine wirklich gute Verbindung hätte. Nur ein wirklich guter Ton wird all die Zwischentöne auch übertragen können.

Wie auch immer – die Leute in diesem Podcast kennengelernt zu haben, über ihr Leben mehr zu verstehen, und mit ihnen zu sprechen, war und ist eine absolut positive Erfahrung. Gerade in Zeiten, in denen die Corona-Pandemie die Medien bestimmt hat und Entfernungen weltweit wieder spürbar real werden lässt. Durch die Gespräche konnte ich mir ein genaues Bild davon machen, was all diese Social Change Maker so treiben.

Ich freue mich wirklich, jeden Dienstag mehr Menschen auf diese wirklich wichtigen, wirklich ehrlichen und realen sozialen Veränderungen aufmerksam zu machen, die da geschaffen werden. In meinem Kopf gibt es bereits eine Karte, mit den Orten wo ich als nächstes hingehen möchte – und wie ich detailliertere, visionärere Porträts all dieser Persönlichkeiten erstelle, die wertvolle Informationen über ihre Projekte schaffen – damit möglichst viele Menschen von diesen praktischen Aktivisten für sozialen Wandel erfahren, die keine Angst haben, die Herausforderung anzunehmen.

Ich freue mich darauf, den Campus und Sabriye und Paul zu besuchen, dort vor Ort die kantharis kennen zu lernen und das Team zu begleiten. So kann ich Teil des Erfahrungs- und Informationsaustausches der ersten Stunde sein und mein Wissen darüber weitergeben, auch etwas in den Rucksack der kantharis packen, Werkzeuge an die Hand geben für den Umgang mit Medien, den Umgang mit einer Homepage, der Online-Präsenz, dem Führen von Interviews… –

Ich könnte meine Erfahrungen aus den vergangenen Interviews in die Gespräche mit den kantharis die sich gerade auf den Weg begeben einfließen lassen, ihnen aufzeigen, wie man mit Hindernissen, die zum Teil leicht zu bewältigen sind, umgeht, Herausforderungen, die immer wieder auftauchen entgegentritt.

In der Zwischenzeit produziere ich den Podcast weiter, neugierig auf das, was als Nächstes kommt, hoffnungsvoll, die technischen Hürden und die räumliche Entfernung überwinden zu können – und, Daumen drücken, dass wir es rechtzeitig nach Kerala schaffen, um persönlich in den Geist des sozialen Wandels einzutauchen.

Diesen Raum mit den Giraffe Heroes zu teilen, mit den Freunden und mit den kantharis, ist eine Achterbahn der Gefühle gewesen. Jede Folge kommt und geht mit einer Steigerung meines Optimismus einher. Ich habe Gäste gehabt, die mich motiviert haben Gutes zu tun. Andere haben mich ermutigt, mit meinen eigenen Unzulänglichkeiten umzugehen. Einige haben mich daran erinnert, die Veränderung zu sein, die ich sehen möchte. Ich war in der Lage, tiefer in die Emotionen und Motivationen anderer hineinzuschauen, sie zu verstehen, zuzuhören, zu hoffen, etwas zurückzugeben, zu heilen.

Hören Sie sich doch diesen Podcast an, und Ihr Glaube an die Menschheit wird wiederhergestellt!

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Norman Manzi, Gründer von Dream Village in Ruanda

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