Elefant in the Room - Indien • kanthari

Unternehmerische Ausbildung (nachhaltige Damenbinden) für Stammesfrauen

Elefant in the Room - Indien

Gesamtziel

Stammesfrauen werden in der Herstellung von nachhaltigen Damenbinden geschult und in der Lage sein, ihre umweltfreundlichen Binden zu verkaufen und wirtschaftliche Unabhängigkeit von ihren ansonsten männerdominierten Familien zu erlangen. Die Gemeinschaften werden über Geschlechtergleichheit/körperliche Autonomie lernen und können sich gegen die Verletzungen ihres Körpers und ihres Rechts auf menstruale und reproduktive Gesundheit wehren.

Gegründet wurde Elefant in the Room von Aparna Gopan, 2016 kanthari Teilnehmerin. Aparna ist ein Gender & Communication Expertin mit 5 Jahren Berufserfahrung im NGO- und NPO-Sektor. Sie kommt aus einer Familie, die Frauen und ihren Körpern von klein auf viele Einschränkungen auferlegte. Aparna wurde missbraucht und verhaftet, weil sie eine unabhängige Frau mit unpopulären Meinungen ist. Sie musste das fehlende Klassenprivileg überwinden, um sich gegen Ungerechtigkeiten auszusprechen, die hauptsächlich auf Geschlechter-, Klassen- und religiöse Tabus zurückzuführen sind. 

Durch Kampagnenreihen versucht Elefant in the Room Gespräche über Tabuthemen zu provozieren, um so das Schweigen brechen zu können. Seit 2016 hat Elefant in the Room Trainings in Goa, Bangalore, Trivandrum, Hyderabad und Kochi zu den Themen Gleichberechtigung/Vielfalt der Geschlechter, Sexualerziehung, menstruale und reproduktive Gesundheit, nachhaltige Menstruationspraktiken und geschlechtsspezifisches Cybermobbing durchgeführt.

Durch wiederkehrende Überschwemmungen und der COVID-19 Pandemie ist die Menstruationshygiene und reproduktive Gesundheit, in den Stammes-Siedlungen von Kerala, in den letzten drei Jahren in den Hintergrund getreten. Durch COVID-19 konnten menstruierende Menschen in diesen Gemeinden nicht mehr in die Stadt und mussten, während ihrer Periode, auf schmutzige Lappen und Blätter zurückgreifen. Die Situation wurde durch Firmen, die im Rahmen ihrer Corporate Social Responsability, Plastikbinden in diese unberührte, geschützte Waldumgebung pumpten, verschlimmert. Diese Plastikbinden verursachen in natürlichen Bächen, die den Siedlungen als Hauptwasserquellen dienen, Überschwemmungen und Verstopfungen. Obwohl es viele beitragende Faktoren gibt, ist die Hauptursache für die Probleme der Zielgruppe ihre geografische und sozioökonomische Lage innerhalb der Gesellschaft. Für ihren Lebensunterhalt und ihre Grundbedürfnisse sind Stammesvölker auf die Natur angewiesen. Wenn also zusätzlich Naturkatastrophen eintreten, haben sie keinen Zugang mehr zu den grundlegenden Lebensbedingungen. Als der Tsunami 2004 Indien traf, starben viermal so viele Frauen wie Männer. Nach Angaben von Human Rights Watch wird angenommen, dass aufgrund der zunehmenden Naturkatastrophen weltweit ca. 12 Millionen junge Mädchen verheiratet werden.

Das Hauptelement der geplanten Kampagne ist eine Reihe von praktischen Schulungen in Menstruationsbefürwortung und der Produktion von nachhaltigen Menstruationshygieneprodukten. Elefant in the Room hat bereits ein Jahr damit verbracht, Tabus rund um Fragen der Menstruation und der reproduktiven Gesundheit zu brechen. Die Siedlungen haben grosses Interesse an Trainings in der Herstellung von nachhaltigen Binden aus lokal verfügbaren und umweltfreundlichen Materialen gezeigt. Dies wird ihnen helfen, gefährliche Mythen zu zerstreuen, die Menstruation mit Unberührbarkeit in Verbindung bringen, reproduktive Gesundheitsprobleme und Infektionen, die durch unsichere Menstruations- und Sexualpraktiken verursacht werden, zu reduzieren und den menstruierenden Körper, die Gesundheit und ihre Bedürfnisse zu normalisieren. Sie werden von Experten wie Arunachalam Muruganantham, dem weltberühmten Padman Indiens, geschult. Die Ausbildung wird die Frauen befähigen, durch den Verkauf dieser Produkte auf dem Markt Geld zu verdienen. Dies wird ihnen wirtschaftliche Unabhängigkeit und Sicherheit geben. 

Die Frauen der 11 Siedlungen werden in der Lage sein, ihre umweltfreundlichen Binden zu verkaufen und wirtschaftliche Unabhängigkeit von ihren ansonsten männerdominierten Familien zu erlangen. Diese Gemeinden werden mehr über Geschlechtergleichheit und körperliche Autonomie lernen und die Möglichkeit haben, gegen Verletzungen ihres Körpers und ihres Rechts auf menstruale und reproduktive Gesundheit zu kämpfen. Die Umwelt wird sich verbessern, da die Plastikverschmutzung durch Sanitärabfälle reduziert wird. Die Begünstigten werden in der Lage sein, eine bessere Beziehung zu ihrem Körper und ihrer Umwelt zu entwickeln, da sie ständig mit ihnen interagieren. Das Training wird ihnen helfen, sich selbständig um ihre menstrualen Bedürfnisse zu kümmern. Zusätzlich wird eine Selbsthilfegruppe gegründet, über die die Frauen ihre Menstruationsprodukte in Kerala vermarkten und verkaufen können.

Aparna Gopan

Gründerin von Elefant in the Room und 2016 kanthari Teilnehmerin

Thema

Gesundheit, Women Empowerment, Unternehmertum

Projektdauer

Oktober 2021 bis Dezember 2022

Budget

USD 10'000.00

Region / Land

Trivandrum und Pathanamthitta / Kerala / Indien

Zielgruppe

Die direkt Begünstigten dieses Projekts sind die Frauen in den 6 Stammessiedlungen von Amboori (ca. 4'500 Frauen) im Bezirk Trivandrum und 5 Siedlungen von Ranni (ca. 3'200 Frauen) im angrenzenden Bezirk Pathanamthitta in Kerala. Indirekt Begünstigte sind die Kasten- und Stammesbevölkerung der 11 Siedlungen, insgesamt 18'000 bis 24'000 Menschen.

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an