Der Lehrgang dauert zwölf Monate – sieben davon auf dem Campus in Südindien, fünf im Heimatland der Teilnehmenden. In dieser Zeit werden Menschen, die soziale Probleme aus eigener Erfahrung kennen, Schritt für Schritt zu Gründer:innen ihrer eigenen sozialen Organisation. Gelernt wird nicht im Hörsaal, sondern durch Erfahrung, in Übungen, Simulationen und echten Projekten.
Die Teilnehmenden kommen aus aller Welt. Manche haben einen Universitätsabschluss, andere kaum formale Bildung; manche sind blind oder körperlich behindert. Was zählt, ist nicht der Lebenslauf, sondern Eigenverantwortung, Motivation und der Wille, etwas zu verändern.
kanthari sucht nicht den perfekten Lebenslauf, sondern Menschen mit einer klaren Idee und dem Willen, sie umzusetzen. Worauf das Team in Indien dabei achtet:
Sechsstufiges Auswahlverfahren: Online-Bewerbung, Aufsatz, Aufgaben und mehrere Interviews mit den Gründer:innen, dem Auswahlteam und externen Expert:innen, darunter Psycholog:innen. So ist jede:r bereit für die intenstive Zeit auf dem kanthari-Campus.
Der Lehrgang ist wie eine Reise aufgebaut – fünf Akte, mit einem Online-Auftakt davor. Jeder Akt bringt die Teilnehmenden ihrer eigenen Organisation einen Schritt näher.
Ein Online-Kurs bereitet die Teilnehmenden vor: Lehrplan, Lernmethoden und erste Grundlagen wie Buchhaltung und Website-Aufbau.
Grundlagen in Finanzen, Medien und Präsentation. Geübt wird im fiktiven Land «Tansalesea» – mit eigener Bank und Regierung –, wo die Teilnehmenden ihre Organisation gefahrlos testen und Fehler machen dürfen.
Das Profil der eigenen Organisation entsteht: Problem, Zielgruppe, Lösung, Budget und Plan. Besuche bei indischen Organisationen bringen die Idee mit der Realität in Kontakt.
In sechs Wochen entwickeln die Teilnehmenden ein kleines Sozial- oder Umweltunternehmen als Einkommensquelle – mit Zertifikat für soziales Unternehmertum zum Abschluss.
Die Organisation geht an die Öffentlichkeit: Name, Logo, Website. Höhepunkt sind die kanthari TALKS – eine zehnminütige Rede vor einem internationalen Expertenpanel.
Zurück in der Heimat: Registrierung, Fundraising, Team und erste Aktivitäten – eng begleitet vom kanthari-Team und Alumni aus der Region. Wer alle Kriterien erfüllt, erhält das Siegel «Empowered by kanthari».
Bei kanthari steht nicht der Frontalunterricht im Zentrum, sondern Erfahrung – in Übungen, Simulationen und echten Projekten. Der Lehrgang wird von einem eingespielten Team vor Ort getragen, unterstützt von internationalen Catalysts, die ihre Praxiserfahrung einbringen. Mehr über das Team in Indien: kanthari.org
Expert:innen aus der Praxis begleiten die Teilnehmenden – auf Augenhöhe, und sie teilen auch ihre eigenen Misserfolge.
Fortschritt messen wir in «Scoville Heat Units». Für jeden Akt braucht es mindestens 85 % der Punkte.
Alle Teilnehmenden erhalten ein Stipendium, das Ausbildung, Anreise und Aufenthalt deckt. Selbst tragen sie die Kosten für Visum, Reisepass, Versicherung und persönliche Ausgaben sowie eine Kaution von 750 US-Dollar. Diese Eigenleistung ist gewollt: Wer vorher selbst Geld dafür sammelt, zeigt, dass der Wille zur Teilnahme echt ist.
Wie die kanthari-Chili sind unsere Teilnehmenden klein, scharf und kraftvoll.
Wir gruppieren sie nach der Art, wie sie Wandel bewirken:
Startet basisnahe Projekte mit neuen Ansätzen
Entwickelt Produkte und Konzepte für benachteiligte Gruppen.
Nutzt Unternehmertum als Werkzeug für sozialen Wandel.
Bewirkt mit Kampagnen ein Umdenken gegen Diskriminierung.
Stösst mit Kunst, Musik und Film ein Umdenken an.
Gelernt wird an einem Ort, der selbst Vorbild ist. Der kanthari-Campus in Südindien ist kosteneffektiv und konsequent umweltfreundlich gebaut. Nachhaltigkeit ist hier nicht Theorie, sondern Alltag.
Wer überzeugt, erhält eine Anschubfinanzierung und enge Begleitung beim Aufbau der eigenen Organisation.