Berufsausbildung für Jugendliche Waisen und marginalisierte Frauen

Peace Crops - Kamerun

Gesamtziel

40 jugendliche Waisen und marginalisierte Frauen werden von Peace Crops geschult, damit sie ihre eigenen landwirtschaftlichen Unternehmen gründen und so ein finanziell unabhängiges Leben führen können.

 

Als Joshua acht Jahre alt war, wurde sein Vater vor seinen Augen erschossen. Aufgrund des Traumas wurde Joshua für einige Zeit stumm. Seine Mutter suchte in der Stadt Arbeit und liess ihre Kinder bei Familienmitgliedern zurück. Um Joshua wollten sie sich aber nicht kümmern. Weil er stumm war, dachten sie er sei verrückt. So fand er sich in einem Waisenhaus wieder. Im Waisenhaus litt er an Hunger und es gab Tage, an denen die Kinder ohne Essen ins Bett mussten. Um zu überleben, musste er betteln, stehlen und niedrige Jobs verrichten. Damit er nicht mehr hungern muss, beschloss er sein eigenes Essen anzubauen. So konnte er sich, Waisenhäuser und Strassenkinder ernähren. Er ist davon überzeugt, dass ein Kind seine Möglichkeiten nur dann ausschöpfen kann, wenn der Hunger gestillt ist.

Peace Crops hilft Waisenhäusern dabei, ihre eigenen Lebensmittel biologisch anzubauen und möchte einen Mentalitätswandel bei jugendlichen Opfern des Bürgerkriegs in Kamerun bewirken. Das machen sie, indem die Begünstigten zu Friedensbotschaftern für den biologischen Anbau und die Umwelt werden. Peace Crops arbeitet mit Schulen, Waisenhäuser und anderen Einrichtungen zusammen, um praktische friedliche Landwirtschaftsprojekte durchzuführen und umweltschonende Praktiken zu fördern. Sie möchten damit, jugendlichen Waisen die Möglichkeit geben, durch die Landwirtschaft ihr eigenes Essen anzubauen und durch den Verkauf ein Einkommen zu generieren. Ihre Rehabilitations- und Verbesserungsmassnahmen zielen darauf ab, vertriebene Waisenkinder und Frauen mit dem nötigen Wissen auszustatten, um Arbeitslosigkeit und Hunger zu bekämpfen und den anhaltenden Konflikt zu beenden.

Die aktuellen Unruhen beeinträchtigen die Nahrungsmittelproduktion und -versorgung in Kamerun erheblich. Im November 2017 schätzten die Vereinten Nationen, dass der Bürgerkrieg zur Vertreibung von etwa 437.500 Zivilisten geführt und die humanitären Probleme dramatisch verschärft hat. Viele Dörfer und Geschäfte wurden während den Unruhen niedergebrannt, Mädchen und Frauen wurden vergewaltigt, Eltern getötet und es gibt eine hohe Arbeitslosenquote. Kinder finden sich in Waisenhäuser wieder, wo das Leben alles andere als einfach ist. Wenn nicht schnell genug etwas getan wird, um ihre dringendsten und grundlegendsten Bedürfnisse zu befriedigen, müssen diese Kinder weiter hungern oder sie schliessen sich zum Überleben den Rebellen an. Die meisten Waisenhäuser, mit jeweils durchschnittlich ca. 20 Kindern (1-17 Jahre), werden von Hilfswerken oder privaten Einrichtungen betrieben. Dazukommen noch weitere Herausforderungen wie ein hohes Mass an Vernachlässigung, Unterernährung, Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS, Analphabetismus, fehlende Erbrechte, Diskriminierung und Stigmatisierung durch ihre Zufluchtsgemeinschaften sowie der Ausschluss von Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Im letzten Jahr konnte Peace Crops das “Peace Crops Eco friendly training center” in der Gemeinde Bova in der Südwestregion Kameruns gründen und den Bau eines Gebäudes mit einem Trainingsraum abschliessen. Jetzt geht es darum, das Trainingszentrum mit einem Gebäude für die Geflügel- und Schweinezucht, ein Gebäude für die Lagerung und Verarbeitung der Lebensmittel mit Stauraum für Werkzeuge sowie einem kleinem Computer- und Bibliotheksraum zu vervollständigen. Ausserdem wir eine Biogasanlage installiert. Die Bauarbeiten werden bis Ende 2021 abgeschlossen, damit das Training der 40 Begünstigten ab Januar 2022 starten kann. Während 7 Monaten wird Peace Crops 40 vertriebenen Waisenkindern und Jugendlichen und marginalisierten Frauen eine qualitativ hochwertige Schulung in biologischem Gartenbau, Viehzucht, Buchhaltung und dem Verfassen von grundlegenden Geschäftsvorschlägen bieten. Die Schulung wird für die Teilnehmer über ein Stipendium gedeckt. Neben den praktischen Fähigkeiten können die Begünstigten auch Führungsqualitäten erwerben, ihr Selbstvertrauen stärken und ihr Selbstwertgefühl verbessern. Nach dem Kurs wird ihnen Peace Crops dabei helfen, das nötige Startkapital zu beschaffen, damit sie ihr eigenes kleines landwirtschaftliches Unternehmen aufbauen können.

Die 40 Begünstigten werden die nötigen Fähigkeiten und Techniken im ökologischen Landbau haben, um ihre eigenen Lebensmittelgärten oder Farmen anzulegen. Sie werden in der Lage sein eine selbsttragende biologische Nahrungsmittelproduktion aufzubauen und nachhaltig zu führen. Dadurch wird die Gemeinschaft gestärkt, die Umwelt und das Klima wird verbessert, das Wissen und die Fähigkeiten der vertriebenen und arbeitslosen Waisen und Frauen wird erweitert und sie werden zur Selbständigkeit ermutigt. Das wiederum verbessert die Gesundheit ihrer Kinder. Dieses Projekt wird einen grossen Beitrag dazu leisten, dass die Begünstigten nicht weiter von Spenden abhängig sind und so die Ausbeutung deutlich reduziert wird. Sie werden in der Lage sein, ihre eigenen Lebensmittel anzubauen, zu verarbeiten und zu verkaufen. Das wiederum hilft der Gemeinde die Ernährungsunsicherheit, Verbrechen, Marginalisierung von Frauen und vieles mehr zu bekämpfen. Durch das Projekt wird sichergestellt, dass die Begünstigten nicht in die Kriminalität abrutschen, sich nicht prostituieren oder sich den Rebellen anschliessen müssen. Das Projekt stärkt die Begünstigten und befähigt sie, die negativen Erfahrungen zu verarbeiten und nochmals von vorne anzufangen.

Njeke Joshua

2019 kanthari Teilnehmer und Gründer von Peace Crops.

Thema

Kinder, Ausbildung, Friedensförderung, Landwirtschaft

Projektdauer

Juni 2021 bis September 2022

Budget

USD 20'000.00

Region / Land

Bova / Buea / Kamerun

Zielgruppe

Die Zielgruppe dieses Projektes sind 40 Binnenvertriebene (Internally Displaced Persons) der Unruhen in Kamerun. Die direkten Begünstigten sind Waisenkinder und Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren und marginalisierte Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren aus betroffenen ländlichen Gemeinden.

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