Empowerment für junge Blinde

Aktiv

Die Fakten

Region, Land
Yangoon, Myanmar
Gegründet von kanthari
Bone Sit Paing Hmoo
Lehrgang
2023
Projektdauer
Juni 2025 - Juni 2027
Projektbudget
USD 15'000
Blinde Jugendliche in Myanmar werden oft auf Massage-Ausbildungen reduziert, ohne echte Perspektiven. CANEDOM bricht dieses Muster auf. In einem intensiven viermonatigen Training lernen 21 junge Erwachsene praktische Alltagsfähigkeiten, digitale Kompetenzen und Leadership-Skills. Sie leben gemeinsam, lernen voneinander und bauen Selbstvertrauen auf. Ziel ist, ihnen Mut zu geben, ihren eigenen Weg zu gehen – frei von Abhängigkeit und gesellschaftlichen Stereotypen.

Lernen Sie das Projekt kennen

Problem
In Myanmar ist das Leben für blinde Menschen voller Hürden. Der Zugang zu Bildung und Ausbildung ist stark eingeschränkt, die vorhandenen Angebote oft einseitig. Die meisten blinden Jugendlichen werden in Massagekursen unterrichtet – nicht, weil sie das wollen, sondern weil es kaum Alternativen gibt. Diese einspurige Ausbildung macht sie abhängig, frustriert und nimmt ihnen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entdecken oder beruflich selbstständig zu werden. Hinzu kommt ein gravierender Mangel an barrierefreien Ausbildungsräumen, passender Infrastruktur und stabilen Förderstrukturen. Auch engagierte Organisationen wie CANEDOM stehen vor grossen Herausforderungen: Ohne eigenes Gebäude, ohne verlässliches Material, bleibt vieles Stückwerk. Was fehlt, ist ein Ort, an dem blinde junge Menschen ganzheitlich gefördert werden, mit Programmen, die weit über das reine Training hinausgehen. Ohne diese gezielte Unterstützung bleibt eine ganze Generation von blinden Jugendlichen chancenlos zurück.
Direkt profitieren 21 blinde junge Erwachsene aus armen Verhältnissen in ganz Myanmar. Indirekt profitieren ihre Familien, ihr soziales Umfeld und weitere blinde Menschen, die durch Begegnungen, Vorbilder und informelle Trainings neue Hoffnung schöpfen.
CANEDOM setzt auf ein ganzheitliches Empowerment-Training, das jungen blinden Menschen die Werkzeuge für ein selbstbestimmtes Leben in die Hand gibt. In drei Durchgängen werden jeweils sieben Teilnehmende für vier Monate intensiv geschult – zehn Wochen Präsenz, sechs Wochen Online. Sie leben gemeinsam im Trainingshaus, das zugleich Schulungszentrum und Zuhause ist. Diese Wohn-Lern-Gemeinschaft schafft nicht nur ein starkes Wir-Gefühl, sondern ermöglicht es, Alltagskompetenzen unter realen Bedingungen zu üben. Im Zentrum stehen praktische Fähigkeiten wie Orientierung, Mobilität, Kochen, Haushaltsführung und digitale Kompetenzen – insbesondere der Umgang mit dem Computer. Ergänzt wird das Training durch Soft Skills wie Kommunikation, Selbstvertrauen, Leadership und Finanzwissen. Exkursionen und Begegnungen mit Vorbildern machen Mut und zeigen neue Möglichkeiten auf. CANEDOM stellt Laptops, White Canes und weiteres Material bereit – nachhaltig und zukunftsorientiert.
Das Projekt schenkt 20 jungen blinden Menschen mehr als nur Fähigkeiten – es gibt ihnen Selbstvertrauen, Würde und eine klare Perspektive. In einer Gesellschaft, die sie oft als hilflos oder unwichtig abstempelt, erleben sie, dass sie lernen, gestalten und etwas bewirken können. Sie brechen aus Rollenbildern aus, die ihnen jahrzehntelang zugeschrieben wurden. Ihre Familien sehen sie in einem neuen Licht, erleben ihre Selbstständigkeit und ihren Stolz. Durch die Erfolge der ersten Teilnehmenden entsteht ein sichtbares Zeichen: Blinde Menschen gehören dazu, sie sind fähig, mutig und können Verantwortung übernehmen. Das verändert nicht nur individuelle Lebenswege, sondern auch gesellschaftliche Wahrnehmung. CANEDOM wird durch diese Arbeit stärker, sichtbarer und glaubwürdiger – ein Ort, an dem Wandel beginnt. Der Aufbau eines festen Trainingszentrums legt den Grundstein für langfristige, strukturierte Arbeit.

kanthari Alumni

Bone Sit Paing Hmoo

Bone Sit Paing Hmoo war zwölf Jahre alt, als ein Unfall während eines Fussballspiels sein Leben veränderte. Eine Kopfverletzung nahm ihm das Augenlicht. Doch anstatt aufzugeben, kämpfte er sich zurück. Er beendete die Schule, reflektierte die Situation blinder Menschen in Myanmar und erkannte ein strukturelles Problem: Blinde werden marginalisiert, kaum gefördert und auf stereotype Tätigkeiten reduziert. Das wollte er ändern. Mit klarem Blick für Gerechtigkeit gründete er CANEDOM. Sein Ziel: jungen blinden Menschen Mut machen, ihnen die Fähigkeiten geben, die sie brauchen, um eigenständig zu leben. Seine Vision ist geprägt von persönlichen Erfahrungen und tiefem Vertrauen in das Potenzial jedes einzelnen Menschen.