Abfall wird Zukunft

Aktiv

Die Fakten

Region, Land
Kisumu, Kenia
Gegründet von kanthari
Caren Jobita
Lehrgang
2024
Projektdauer
November 2025 - November 2027
Projektbudget
USD 45'000
In Kisumu wächst der Müll schneller als die Stadt ihn entsorgen kann. Besonders in armen Vierteln liegt organischer Abfall auf den Strassen, verursacht Krankheiten und zerstört die Umwelt. Gleichzeitig finden viele junge Menschen keine Arbeit. Das Projekt von Eco Alchemy zeigt einen anderen Weg. Jugendliche lernen, wie sie Abfall in Tierfutter und Dünger verwandeln. So entsteht Einkommen, die Umwelt wird sauberer und die Gemeinschaft gewinnt neue Hoffnung.

Lernen Sie das Projekt kennen

Problem
Im Viertel Nyalenda in Kisumu gehört Müll zum Alltag. Auf freien Flächen, entlang der Strassen und neben den Häusern liegen organische Abfälle, die niemand abholt. In der Hitze beginnen sie schnell zu faulen. Der Gestank zieht Fliegen und Ratten an, Kinder spielen zwischen verrottenden Essensresten, und viele Familien verbrennen ihren Abfall, weil es keine andere Lösung gibt. Der Rauch macht die Luft krank, besonders für ältere Menschen und Kinder. Atemprobleme, Hautkrankheiten und Durchfall sind weit verbreitet. Gleichzeitig wächst eine Generation junger Menschen ohne Perspektive heran. Viele haben die Schule früh verlassen oder finden keine Arbeit. Sie wollen etwas verändern, wissen aber nicht wie. Einige haben bereits gelernt, dass organischer Abfall wertvoll sein kann. Durch Insektenzucht kann daraus Tierfutter und Dünger entstehen. Doch ohne Land, ohne Werkzeuge und ohne Transport bleibt dieses Wissen ungenutzt. So wächst der Müll weiter, während junge Menschen ohne Einkommen bleiben. Die Stadt leidet unter Umweltproblemen, Bauern kämpfen mit hohen Kosten für Futter und Dünger, und eine ganze Generation verliert den Glauben daran, dass sich ihr Leben verbessern kann.
Direkt profitieren jedes Jahr rund 30 Jugendliche aus informellen Siedlungen, mehr als hundert Bauern sowie Kinder aus Schulen in der Umgebung. Indirekt profitieren Familien der Jugendlichen, Nachbarschaften in Kisumu und die gesamte Gemeinschaft durch weniger Abfall, bessere Luft und neue Einkommensmöglichkeiten.
Auf zwei Hektar Land in Kisumu entsteht ein Trainings und Produktionszentrum, in dem Jugendliche lernen, wie aus Abfall neue Ressourcen werden. Dort wird eine Insektenfarm aufgebaut, dazu kommen Gemüseanbau, einfache Tierhaltung und kleine Produktionsanlagen. Alles ist so gestaltet, dass die Teilnehmenden nicht nur zuhören, sondern jeden Tag praktisch arbeiten. Der Kurs dauert drei Monate. In dieser Zeit lernen die Jugendlichen Insektenzucht, Abfallverwertung, ökologische Landwirtschaft und Grundlagen eines kleinen Geschäfts. Sie arbeiten direkt im Zentrum, sammeln organischen Abfall aus ihren Vierteln und nutzen ihn für die Produktion von Tierfutter und Dünger. Ein Fahrzeug ermöglicht es, Abfall regelmässig einzusammeln und fertige Produkte an Bauern zu liefern. Gleichzeitig werden Schulen besucht, damit Kinder verstehen, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Abfall ist. So entsteht ein Kreislauf. Abfall wird zur Ressource, Jugendliche verdienen Geld, Bauern bekommen günstiges Futter, und das Projekt kann sich langfristig selbst tragen. Innerhalb von zwei Jahren sollen sechzig junge Menschen ausgebildet werden und eigene Einkommensquellen aufbauen.
Das Projekt verändert nicht nur, wie mit Abfall umgegangen wird. Es verändert, wie junge Menschen sich selbst sehen. Wer im Slum aufwächst, hört oft sein ganzes Leben lang, dass aus ihm nichts wird. Hier erleben die Jugendlichen das Gegenteil. Sie lernen etwas, das gebraucht wird. Sie sehen, dass ihre Arbeit Geld bringt. Und sie merken, dass sie ihre Umgebung wirklich verändern können. Wenn organischer Müll nicht mehr verbrannt oder liegen gelassen wird, wird die Luft sauberer und die Umgebung gesünder. Familien leben in einer Umgebung, die weniger krank macht. Bauern können sich günstigeres Futter leisten und ihre Tiere besser versorgen. Dadurch haben sie mehr Einkommen und mehr Sicherheit. Besonders stark ist die Wirkung bei Kindern. Wenn sie sehen, dass aus Abfall etwas Wertvolles entsteht, verändert das ihr Denken. Sie wachsen mit dem Gefühl auf, dass Probleme gelöst werden können.

kanthari Alumni

Caren Jobita

Caren Jobita ist in Nyalenda aufgewachsen, einem der ärmsten Viertel von Kisumu. Schon als Kind hat sie gesehen, wie Müll das Leben der Menschen bestimmt. Überall lagen Abfälle, der Geruch war kaum auszuhalten, und viele Kinder wurden krank. Lange dachte sie, dass das einfach so ist und dass niemand etwas daran ändern kann. Erst später entdeckte sie eine Idee, die alles veränderte. Sie lernte, dass organischer Abfall nicht nur ein Problem ist, sondern eine Ressource sein kann. Durch die Zucht von Insekten kann daraus Tierfutter und Dünger entstehen. Für Caren war das mehr als eine Technik. Es war eine Möglichkeit, das Leben in ihrem Viertel wirklich zu verbessern. Mit Eco Alchemy will sie zeigen, dass Veränderung genau dort beginnen kann, wo die Probleme am grössten sind. Ihr Ziel ist nicht nur eine saubere Umwelt. Sie will, dass junge Menschen in Kisumu sehen, dass sie etwas können, dass sie gebraucht werden und dass ihre Zukunft nicht im Müll liegt, sondern in dem, was sie daraus machen.