Wo Mütter wachsen

Aktiv

Die Fakten

Region, Land
Mukono District, Uganda
Gegründet von kanthari
Teopista Nyachwo
Lehrgang
2024
Projektdauer
Dezember 2025 bis Februar 2028
Projektbudget
USD 35'000
Das Projekt stärkt marginalisierte Mütter und ihre Kinder gleichzeitig durch Zugang zu Nahrung, Einkommen, Stabilität und frühkindlichem Lernen, damit Familien langfristig aus Armut herauswachsen können.

Lernen Sie das Projekt kennen

Problem
Viele Frauen in Uganda tragen allein die Verantwortung für ihre Familien. Sie sind verwitwet, alleinerziehend, sehr jung oder gesundheitlich belastet. Ohne stabiles Einkommen fehlt oft der Zugang zu ausreichend Nahrung. Der Alltag ist geprägt von Unsicherheit, Schulden und Abhängigkeit. Gleichzeitig bleiben Kinder oft ohne Betreuung, weil Mütter täglich nach Gelegenheitsarbeit suchen müssen. Lernen, Spielen und emotionale Sicherheit kommen zu kurz. Armut verfestigt sich so von Generation zu Generation. Obwohl urbane Landwirtschaft eine realistische Einkommensquelle wäre, fehlt es an Wissen, Startressourcen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Viele Frauen fühlen sich isoliert und ohne Perspektive. Trainingsangebote bleiben unerreichbar, weil es keinen sicheren Ort für Kinder gibt. Ohne einen Raum, der Mütter und Kinder gemeinsam stärkt, kann nachhaltige Veränderung nicht greifen. Genau diese Lücke prägt den Alltag vieler Familien in Mukono.
Direkt profitieren pro Kohorte 90 Frauen sowie 60 Vorschulkinder. Indirekt erreichen die Veränderungen rund 300 Familienmitglieder und das soziale Umfeld der Frauen in ihren Gemeinden.
KilimoFem schafft einen Ort, an dem Mütter und Kinder gleichzeitig wachsen können. Frauen nehmen an einem sechsmonatigen Trainingsprogramm teil und lernen urbane Landwirtschaft, Bodenpflege, Kompostierung, Wassernutzung sowie einfache Vermarktung. Parallel dazu erhalten sie regelmässige Begleitung in Finanzplanung und Sparmodellen. Jede Teilnehmerin entwickelt einen eigenen Garten und Einkommensplan, der realistisch im Alltag umsetzbar ist. Während der Trainingszeiten sind die Kinder im Kids Garden betreut. Dort erleben sie Natur, Sprache, Zahlen und soziales Lernen in einem geschützten Umfeld. Sie pflanzen, giessen und ernten gemeinsam. Mütter können sich dadurch voll auf ihr Lernen konzentrieren. Nach dem Training erhalten die Frauen Saatgut und weitere Begleitung beim Aufbau ihrer eigenen Gärten. Spargruppen stärken den Zusammenhalt und sorgen für Stabilität auch nach Projektende. Landwirtschaft, Einkommen und frühe Bildung greifen ineinander und machen nachhaltige Veränderung möglich.
Wenn eine Mutter zum ersten Mal eigenes Gemüse erntet, verändert sich mehr als der Speiseplan. Viele Frauen kommen mit dem Gefühl, versagt zu haben. Durch das Projekt erleben sie, dass sie fähig sind, ihre Familie zu ernähren und Zukunft aktiv zu gestalten. Aus Abhängigkeit entsteht Handlungsfähigkeit. Kinder finden im Kids Garden einen Ort, an dem sie sicher sind, lachen und lernen. Sie entwickeln Neugier, Ruhe und Selbstvertrauen. Mütter berichten, dass ihre Kinder offener werden und Freude am Lernen zeigen. Gleichzeitig wächst unter den Frauen ein starkes Netzwerk. Sie teilen Wissen, Saatgut und Mut. Einkommen wird stabiler, Mahlzeiten werden sicherer. KilimoFem stärkt den Selbstwert, Beziehungen und Perspektiven. Aus Unsicherheit wird Hoffnung. Aus einzelnen Frauen werden Vorbilder in ihren Gemeinden. Die Wirkung bleibt, lange nachdem das Training endet.

kanthari Alumni

Teopista Nyachwo

Teopista Nyachwo wuchs im Osten Ugandas in einfachen Verhältnissen auf. Bildung und sichere Ernährung waren keine Selbstverständlichkeit. Schon früh trug sie Verantwortung. Nach dem frühen Tod ihres Mannes stand sie allein mit drei Söhnen da. Ohne feste Einkommensquelle begann sie, Gemüse anzubauen und gründete eine kleine Spargruppe. Mit Ausdauer und grosser Kreativität entwickelte sie aus wenigen Mitteln einen funktionierenden Gartenbetrieb. Dieser sicherte nicht nur das Einkommen ihrer Familie, sondern stärkte auch ihr Selbstvertrauen. Teopista erlebte am eigenen Leben, wie Landwirtschaft eine Frau unabhängig machen kann. Diese Erfahrung führte zur Gründung von KilimoFem. Heute gibt sie weiter, was ihr selbst geholfen hat. Sie kennt die Herausforderungen der Frauen aus eigener Erfahrung. Ihr Ansatz ist praxisnah, ehrlich und zutiefst menschlich. Teopista glaubt an das Potenzial jeder Frau. Mit KilimoFem hat sie einen Ort geschaffen, an dem Mütter Kraft finden und Kinder wachsen.