Wo junge Seelen wachsen

Aktiv

Die Fakten

Region, Land
Yogyakarta, Indonesien
Gegründet von kanthari
Fransisca Christanti Tri Wulandari
Lehrgang
2024
Projektdauer
Dezember 2025 bis Dezember 2027
Projektbudget
USD 29'000
Viele junge Menschen in Indonesien leiden im Stillen unter seelischem Druck. Scham, Schweigen und fehlende Hilfe verschärfen ihre Situation. Dieses Projekt öffnet neue Wege. In offenen Treffpunkten, kreativen Gruppen und einem gemeinsamen Garten finden Jugendliche Halt, Sprache und Verbindung. Sie erleben, dass Heilung möglich ist, wenn sie gemeinsam beginnt.

Lernen Sie das Projekt kennen

Problem
In Indonesien tragen viele Jugendliche schwere innere Lasten. Leistungsdruck, familiäre Erwartungen, Ausgrenzung, Armut oder der Verlust nahestehender Menschen hinterlassen tiefe Spuren. Gefühle gelten oft als etwas, das man für sich behält. Über mentale Belastungen zu sprechen wird als Schwäche gesehen. Professionelle Hilfe ist kaum zugänglich. Auf hunderttausende Menschen kommt oft nur eine Fachperson. Besonders junge Frauen und queere Jugendliche erfahren Ablehnung und Einsamkeit. Gleichzeitig verschwinden natürliche Rückzugsorte. Städte wachsen, Räume für Ruhe schrumpfen. Viele Jugendliche ziehen sich zurück. Manche verletzen sich selbst. Andere verlieren den Glauben an ihre Zukunft. Dabei ist der Wunsch nach Austausch gross. Sie wollen verstehen, was in ihnen passiert. Sie wollen lernen, mit Gefühlen umzugehen. Sie wollen dazugehören. Was fehlt, sind sichere Orte ohne Bewertung. Orte, die zuhören, statt zu urteilen.
Direkt profitieren rund 900 Jugendliche durch Treffpunkte, Programme und den Gemeinschaftsgarten. Indirekt erreichen die Impulse über 2000 weitere Menschen aus Familien, Schulen und lokalen Gemeinschaften.
Das Projekt baut ein ganzheitliches System zur Stärkung mentaler Gesundheit auf. Im Zentrum steht ein von Jugendlichen geführter Treffpunkt in Yogyakarta. Hier kommen junge Menschen regelmässig zusammen. Sie sprechen, gestalten, hören zu. Kreative Methoden ersetzen Distanz. Vertrauen wächst. Digitale Angebote ergänzen den Raum und ermöglichen Austausch auch über Entfernungen hinweg. Ein zweiter Schwerpunkt ist ein mehrwöchiges Programm für Jugendliche mit unverarbeiteter Trauer oder belastenden Erfahrungen. In einem klaren Prozess lernen sie, Erlebtes auszudrücken und neu einzuordnen. Kunst, Naturerlebnisse und gegenseitige Unterstützung helfen, innere Kraft zurückzugewinnen. Lebenskompetenzen stärken den Alltag. Auch Eltern und Bezugspersonen werden einbezogen, damit Verständnis im Umfeld wächst. Der dritte Teil ist ein gemeinsam gestalteter Garten. Auf bislang ungenutztem Land entsteht ein Ort der Ruhe, Verantwortung und Verbindung. Jugendliche pflanzen, pflegen, schaffen Kunst und erleben Natur als Quelle innerer Balance. Der Garten verbindet seelische Gesundheit mit Gemeinschaft und Umweltbewusstsein.
Was leise beginnt, verändert Leben. Jugendliche, die lange geschwiegen haben, finden Worte. Sie erkennen, dass sie nicht allein sind. In den Gruppen entsteht Vertrauen. Lachen kehrt zurück. Schlaf wird ruhiger. Gedanken ordnen sich. Schmerz verliert seine Schwere, weil er geteilt wird. Viele sagen, dass sie sich zum ersten Mal wirklich gesehen fühlen. Durch kreativen Ausdruck und Naturerfahrung wandelt sich Scham in Stärke. Ohnmacht wird zu Handlung. Jugendliche gewinnen Selbstvertrauen und Mut. Einige übernehmen Verantwortung und begleiten andere. Sie sprechen offen in Schulen, starten Gespräche und tragen neue Haltungen weiter. Auch Eltern und Lehrpersonen verändern sich. Sie hören mehr zu. Urteile werden weniger. Beziehungen werden tragfähiger. Der Garten wird zum sichtbaren Zeichen dieses Wandels. Aus leerem Boden wächst Leben. Gepflegt von jungen Menschen, die ihre Energie in etwas Bleibendes investieren. Das Projekt hinterlässt Wirkung, die bleibt.

kanthari Alumni

Fransisca Christanti Tri Wulandari

Fransisca Wulandari wuchs in einer javanischen Familie auf, in der Gefühle kaum Platz hatten. Eigene Erfahrungen mit Angst und innerer Verletzung prägten sie tief. Ihr Weg zur Heilung führte über Kunst, Therapie und tragende Freundschaften. Diese Erfahrungen gibt sie heute weiter. Als ausgebildete Psychologin verbindet sie fachliche Kompetenz mit kulturellem Feingefühl. Fransisca weiss, wie schwer es ist, über seelische Not zu sprechen. Genau deshalb schafft sie Räume, in denen Ehrlichkeit möglich ist. Mit Klarheit, Wärme und Ausdauer baut sie Strukturen auf, die Jugendliche stärken statt beschämen. Ihre Vision ist einfach. Niemand soll allein bleiben, wenn es innen schmerzt.