Von Odunayo Aliu, einer kanthari-Absolventin von 2018 und Gründerin von Bramble.

Irgendwo in einem Dorf, inmitten eines dichten Dschungels, lernen Mädchen und Jungen durch den täglichen Gebrauch von Holz, durch den Umgang mit Insekten, durch das Spielen mit altem Plastikmüll und all den Dingen, die sie in die Hand bekommen. Manchmal sehen sie sich Videos an, die ihnen weiterhelfen, wie sie etwas selbst machen können, manchmal bitten sie auch Erwachsene um Hilfe und sie stellen viele neugierige Fragen. Dies ist ein kleiner Einblick in das Leben im «Bramble Learning Space».

Bramble ist im Dorf Arikanki, beheimatet. Arikanki liegt im abgelegenen Teil von Ibadan, in Nigeria. Vor genau einem Jahr gab es in dieser Gegend noch keine Schule oder Lernstätte. Darum bin ich am 4. August 2019 dahin umgezogen, und wir haben die Bramble Lernstätte Mitte September eröffnet.

Arikanki liegt inmitten von Tausenden von Kirschbäumen. Wenn man während der Fruchtsaison (November bis Februar) das Dorf besucht, kann man sich an den köstlichen Kirschen satt essen. Einige dieser Bäume waren für länger unsere Hauptklassenzimmer, und auch heute gehören sie immer noch zu unseren Lieblingsversammlungsplätzen.

Traurig ist allerdings, dass wir jeden Tag in der Ferne Kettensägen hören müssen, die sich langsam ihren Weg zu uns bahnen.

Die Eltern unserer Lernenden sind aktiv an unseren Aktivitäten beteiligt. Als wir beschlossen, ein Klassenzimmer mit Plastikflaschen zu bauen, nahmen sie gerne daran teil. Um jede Flasche zu einem Baustein umzufunktionieren, füllen wir sie mit Sand, Erde oder Steine. Das ist viel Arbeit und so mobilisierten die Eltern andere Mitglieder der Dorfgemeinschaft, um gemeinsam Flaschen zu füllen.

Darüber hinaus nehmen sie auch an Sitzungen und Programmen teil. Da tauschen wir unsere Ideen und unser Wissen über bestimmte Sachzusammenhänge aus.

Arikanki ist eine Bauerngemeinde und unsere Kinder sind mit der Landwirtschaft sehr vertraut. Eines Tages brachten zwei der Lernenden Sahtgut mit. Damit beschlossen sie, einen Garten mit Gemüsebeeten anzulegen.

So können wir uns langsam selbst versorgen.

Eltern unterstützen uns dabei mit ihrem Wissen, sie geben uns Pflanzen, leihen uns Geräte aus und supervisieren die Gartenarbeit der Kinder.

Während Covid-19 hat sich an dem alltäglichen Beisammensein der Dorfgemeinschaft nicht viel geändert. Menschen, die zwei- bis dreimal täglich auf dem Land arbeiten, haben ohnehin wenig engen sozialen Kontakt und daher wird der Mund- und Nasenschutz hinfällig.
Geändert hat sich aber einiges für die Kinder und Jugendlichen, die früher eineinhalb Stunden zu Fuß in den nächstgelegenen Ort in eine Privatschule gehen mussten.
Die Eltern aus fünf umgebenden Dörfern haben uns gebeten, ihre Kinder doch bitte auch ins Bramble-Bern-Zentrum zu integrieren. Daraufhin starteten wir ein Programm für Wochenend-Lernen. Es gibt also nun Kinder die zu normalen Schulzeiten in der Woche kommen und solche, die nur am Wochenende zum Lernen kommen. Dafür mussten wir uns zeitlich besser organisieren.

Wenn wir jetzt so zurückblicken, dann scheint ein positiver Nebeneffekt der Covid-Pandemie zu sein, dass alternatives Lernen nun eine Chance bekommt!

Mehr Infos zu Odunayo’s Projekt finden Sie hier: 

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Eine Frau mit ihrem Kind auf dem Arm steht vor ihrer einfachen Hütte
Ein Mädchen sitzt auf dem Lehmboden, ein Kleinkind sitz auf dem Schoss und isst eine Kleinigkeit, die sie durch das Nothilfe Projekt von Bharat Wankhade, 2018 kanthari, erhalten haben.
Zwei Jungen und ein kleines Mädchen lächeln. Sie stehen in ihrem Zuhause und haben Lehrmittel und, Schokolade und Stifte in den Händen. Diese wurden im Rahmen der Corona Nothilfe von Mudita School, dem Projekt von Bharat Wankhade aus Indien, verteilt.

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