Tag 18 – „Ohne Wasser, keine Landwirtschaft. Ohne Bauern, keine Nahrung.“

Sabriye Tenberken
Co-Gründerin von kanthari

John Mwangi, 2016 kanthari, wuchs in Kibera, einem der größten Slums Nairobis auf. Seine Familie hatte sich dort mit Eltern und acht Geschwistern, eine Blechhütte geteilt.

Der Vater erzählte den Kindern oft, wie die Familie in den Slum geraten war. Sie kamen aus einer sehr Fruchtbaren und wasserhaltigen Gegend. Die Fruchtbare Erde zog die Kolonialisten an und verdrängten Johns Vorfahren in die Wälder. Der Großvater hatte sich den Maumau Kämpfern angeschlossen. Doch irgendwann musste die Familie fliehen und so landeten sie wie viele unfreiwillig in den hoffnungslos überfüllten Randbezirken Nairobis.

John erinnert sich: “Diskriminierung in der Schule, Platzmangel zu Hause, alles erträglich, aber ich konnte als Kind nicht aufhören, an Essen zu denken.”

Als Teenager interessierte er sich aus naheliegenden Gründen für die Herstellung von Nahrung und in diesem Zusammenhang für Kompostierung.

Er sammelte organische Abfälle und die daraus entstehende Erde verkaufte er an Schulen und reichere Leute, die über Stadtgärten verfügen. Seine “Kompostierungsfabrik” wurde ein Erfolg und er bekam ein Stück Land, gleich neben dem Flughafen. Es war eine alte Müllkippe. Das Projekt wurde aber schnell verboten, denn die Abfälle, die er sammelte, zogen riesige Vögel an, die schließlich beinahe den Flugverkehr lahmlegten.

Später zog es ihn zurück auf das Land seiner Vorfahren, wo er gegen Großkonzerne für gerechte Wasserverteilung und für den Schutz von Kleinbauern kämpft.

Bis jetzt schien das ein etwas aussichtsloser Kampf, doch in diesen Wochen hat sich etwas Entscheidendes geändert: während nämlich die landwirtschaftlichen Massenbetriebe auf ihren für Europa bestimmten Blumen sitzen bleiben, haben seine Kleinbauern immer noch ein angemessenes Auskommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Nervenkitzel eines Neuanfangs

22 leidenschaftliche Change-Maker aus 10 Ländern haben ihre kanthari Reise begonnen. Erfahren Sie mehr über die einzigartige Lernumgebung des kanthari Campus und die diesjährigen Teilnehmenden.

kanthari bei SRF mitenand

Bei SRF mitenand wurde ein kurzer Bericht über das kenianische kanthari-Projekt Rieko, das sich für den Generationenaustausch einsetzt und gegen Altersdiskriminierung kämpft, ausgestrahlt.

“Is anybody out there?!”

Lesen Sie im Blog von Sabriye über die Interaktivität, Evaluierungen und einzigartige Methoden unseres ‘Green-Room’ Online-Kurses und erhalten Sie Einblicke in die Erfahrungen unserer Teilnehmenden aus Kenia und Bolivien.

Jahresbericht 2023

Im Jahresbericht 2023 blicken wir auf ein spannendes Jahr zurück. Lernen Sie die 2023 kantharis und die von uns unterstützen Projekte kennen.