UMOJA East Africa Fund - Kenia • kanthari

Mit kostengünstigem Bio-Dünger natürliche Anbaumethoden fördern

UMOJA East Africa Fund - Kenia

Gesamtziel

Mit der professionellen Produktion und dem Verkauf von IMO (Indigenous Micro-Organisms) möchte Umoja den Einsatz von natürlichen Anbaumethoden und -techniken in der Nahrungsmittelproduktion fördern. Das Ziel ist eine nachhaltige Pflanzen- und Tierproduktion in einem umweltfreundlichen System.

John wuchs in Kibera, einem der grössten Slums von Afrika auf. Seine Familie, bestehend aus den Eltern und acht Kindern, teilten sich eine Blechhütte. Ihre Vorfahren stammten aus einer sehr fruchtbaren und wasserhaltigen Gegend. Die fruchtbare Erde zog die Kolonialisten an und verdrängten Johns Vorfahren in die Wälder. Doch irgendwann musste die Familie fliehen und so landeten sie wie viele unfreiwillig in den hoffnungslos überfüllten Randbezirken Nairobis. Dort hatten sie oft nicht genug Lebensmittel und sie mussten Hunger leiden. So spielte das Essen schon immer eine grosse Rolle in Johns Leben. Seit seiner Kindheit will er herausfinden, warum die einen weniger und die anderen mehr haben. Er beschloss, Landwirte in biologischer Landwirtschaft und fairem Handel auszubilden, damit alle Menschen den gleichen Zugang zu erschwinglichen Lebensmitteln bekommen. Er stellte bald fest, dass neben dem Wasserproblem, die Anbauweise ein grosses Problem in der Landwirtschaft in Nigeria ist. Das veranlasste ihn dazu, mit organischen Lösungen zu experimentieren.

John startete sein Projekt, in dem er in den Slums von Kibera jungen Landwirten die Kenntnisse über Kompostierung und die Grundlagen des ökologischen Landbaus vermittelte. Durch ihre umfangreiche Arbeit mit Kleinbauern in städtischen und ländlichen Gebieten hat Umoja festgestellt, dass der ständige Einsatz von chemischen Düngemitteln zu einer erheblichen Veränderung der Bodenstruktur und -eigenschaften geführt hat. Die Anhäufung chemischer Rückstände hat es unmöglich gemacht, gesunde Pflanzen anzubauen. Ausserdem hat sich der übermässige Einsatz von Antibiotika negativ auf die Viehzucht ausgewirkt. Umoja möchte mit der professionellen Produktion und dem Verkauf von IMO (Indigenous Micro-Organisms) den Einsatz von natürlicher Anbaumethoden und -techniken in der Nahrungsmittelproduktion fördern. Das Ziel ist eine nachhaltige Pflanzen- und Tierproduktion in einem umweltfreundlichen System.

In den letzten Jahren haben schlechte Böden, die auf den Einsatz von synthetischen Düngemitteln und Chemikalien zurückzuführen sind, in den meisten landwirtschaftlichen Betrieben zu schlechten Erträgen geführt. Diese Chemikalien beeinträchtigen die im Boden lebenden Mikroorganismen. Ausserdem laugen sie die Erde so aus, dass die Pflanzen nicht mit genügen Nährstoffen versorgt werden und das Wasser verunreinigt wird. Ausserdem verstärken chemische Düngemittel Pflanzenkrankheiten und Schädlinge. Der übermässige Einsatz von Antibiotika zur Entwurmung von Tieren hat dazu geführt, dass in den meisten landwirtschaftlichen Erzeugnissen Spuren von Antibiotika gefunden werden. Ausserdem werden in städtischen und ländlichen Gebieten die landwirtschaftlichen Betriebe aufgrund der Unterteilung immer kleiner, was zu einem Mangel an ordnungsgemässer Abfallentsorgung führt, der in den Betrieben entsteht. In den meisten Fällen landen die Abfälle in Flüssen und auf illegalen Deponien, was zu Umweltverschmutzungen führt. Die meisten Landwirte verwenden das Abwasser aus diesen Flüssen zur Bewässerung, was sich wiederum negativ auf den Boden auswirkt, auf dem die Pflanzen wachsen.

Um die Produktion von IMO zu professionalisieren, wird Umoja eine Produktionsstätte mieten, die Rohstoffe für die Produktion kaufen, Verpackungsmaterial und einen Lieferwagen kaufen. Dadurch wird Umoja in der Lage sein 20’000 Liter IMO zu produzieren und damit 4’000 Landwirte sowie Schulen und Hochschulen zu erreichen. Es werden mehrere Trainings durchgeführt, die für die Landwirte kostenlos sind. Dort lernen sie, wie sie durch den Einsatz von IMO ihre Ernte erhöhen, die Umwelt schützen und ihre Tiere gesund halten können. IMO ist kosteneffektiv und erschwinglich, ein Liter kostet KSH250 (Fr. 2.00), wobei die Landwirte nur 4 Liter für einen Hektar während des gesamten Zyklus benötigen.

Das Hauptziel des Projektes ist die Wiederherstellung des ausgelaugten Bodens, die Reduzierung vom Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren, die Steigerung der Ernte für Landwirte, die Verringerung der Geruchsbelästigung in Schweineställen, Geflügelställen und bei der Kompostaufbereitung und die Förderung von sauberem Abwasser in Haushalten und Flüssen. Umoja hat die Arbeit mit IMO im Juli 2017 gestartet und konnte 2’000 Landwirte erreichen. Diese Landwirte haben berichtet, dass sie weniger chemische Düngemittel und Pestizide einsetzen mussten und ihre Erträge steigern konnten. Sie haben festgestellt, dass der Einsatz von IMO wesentlich zur Wiederherstellung ihres ausgelaugten Bodens beiträgt. Die Landwirte haben eine Zunahme der Bodenbiota und weniger Schädlinge festgestellt. Die Mehrheit der Landwirte verfügt nur über kleine Parzellen, die sowohl für den Ackerbau als auch für die Viehzucht genutzt werden. Die Einführung von IMO für die Abfallentsorgung auf diesen Parzellen ist eine Revolution, da sich die Landwirte nicht mehr um die Geruchsbelästigung sorgen müssen, da IMO zur Zersetzung von Bakterien eingesetzt wird, die Geruch erzeugen. Landwirte, die IMO entweder bei der Fermentierung von Futtermitteln oder bei der Zugabe zu Trinkwasser eingesetzt haben, konnten die Darmwürmer in ihren Tieren erfolgreich unter Kontrolle bringen. Die Landwirte sind sehr zufrieden, denn im Gegensatz zum Einsatz mit Antibiotika, müssen sie keine Milch oder Eier wegwerfen.

John Mwangi Ndungu

2016 kanthari Teilnehmer und Gründer von Umoja

Thema

Landwirtschaft, Empowerment, Umweltschutz

Projektdauer

Juni 2021 bis Januar 2022

Budget

USD 17'200.-

Region / Land

Nairobi / Kenia

Zielgruppe

Der Erfolg dieses Projekts wird den Kleinbauern in ländlichen und städtischen Gebieten unmittelbar zugutekommen. Die meisten dieser Landwirte haben nur ein geringes oder gar kein Einkommen und sind für ihre Ernährung auf ihren Betrieb angewiesen.

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