Tag 2

Sabriye Tenberken
Co-Gründerin von kanthari

Wir haben eine globale Campagne gestartet. An jedem Tag unseres Lockdowns stellen wir einen kanthari mit einem kurzen Video auf unserer Facebook Seite vor. 

Die kantharis werden über Herausforderungen in dem entsprechenden land und über die Schwierigkeiten der spezifischen Zielgruppe sprechen. Am Ende, ganz wichtig, was können wir von der Krise lernen, was können kantharis jetzt oder auch später tun. 

Ich habe inzwischen schon mit einigen kantharis telefoniert, es ist sehr interessant, wie sie in der ganzen Welt alle mit der Gleichen Krise zu tun haben und trotzdem so unterschiedliche Erfahrungen haben und Herausforderungen meistern müssen. 

Akhilesh zum Beispiel kommt aus dem Slum in Delhi, er erzählt wie dicht die Menschen aufeinander hocken. “Social Distancing” ist ein Witz. Wenn es ausbricht, dann wird ihnen alles um die Ohren fliegen. Es gibt schon jetzt wenig Krankenhausplätze, und die Slumbewohner werden die letzten sein, die einen Platz mit Intensivstation ergattern können. Das gäbe eine Katastrophe die dann auch wiederum andere Krankheiten verursachen würde. 

Als ich die Frage stellte, was wir denn von der Krise lernen konnten, fing er an zu lachen. “Oh, die Straßen sind schön sauber. Wir konsumieren weniger, kaufen weniger ein und wir werfen weniger weg. Alles bekommt einen neuen Wert.”  Akhilesh ist Gründer von Planet Rakshak, er sorgt dafür, dass elektronische Geräte nicht so schnell entsorgt werden. Durch die Weitergabe von funktionierenden Mobiltelefonen und Laptops an Bedürftige, gibt er den Geräten, die sonst den Elektro-Berg erhöhen würden, eine längere Lebensdauer. 

Robert Malunda, ein blinder kanthari Jahrgang 2015, aus dem Slum in Bulawayo, Zimbabwe erzählt, wie man alle beschwört sich bitte ordentlich die Hände zu waschen, “Womit denn? Wir haben weder Seife noch sauberes Wasser.”

Anumuthu aus Pondicheri ist voller Sorge um die Obdachlosen. In Zeiten der Ausgangssperre geht es denen, die kein Zuhause haben besonders dreckig. Sie werden von den Polizisten verprügelt, müssen sich in Parks verstecken und bekommen, da niemand mehr auf der Straße ist und auch nichts mehr wegwirft, kaum noch etwas zu essen. 

Nach und nach werden wir von den vielen Eindrücken erfahren, 

schaut doch mal rein: www.facebook.com/kantharis

mit herzlichen Gruessen 

paul und sabriye

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