Tag 3 – Lockedown in Indien

Die große Frage, die hier in Indien ihre runde macht, wie funktioniert eine totale Ausgangssperre in den Dörfern, in abgelegenen Gegenden, da wo die Menschen für ihre täglichen Bedürfnisse fuer jeden Toilettengang aus der Hütte müssen. Einige unserer kantharis leben und arbeiten in den gebieten, die in Zeiten wie diesen, aus derSicht geraten. 

Neeraj, kanthari Absolvent von 2016, lebt in Bihar, einem der ärmsten Staaten Indiens. Er gründete Khetee, eine Selbstversorger Landwirtschafts Kommune. „Wir hätten genug zu essen, aber wir dürfen nicht auf die Felder, um zu ernten und wir dürfen auch unsere Tiere nicht versorgen!“ 

Er erzählt, wie offiezielle auf Dorfbewohner, die sich der Ausgangssperre widersetzen, Jagd machen. „Man kann Dörfler nicht in Hütten einsperren. Wir könnten uns aber schützen, wenn man uns die Möglichkeit gäbe, uns selbst zu versorgen.“ 

Neeraj erzählt, wie viele tagesloehner aus seiner Region nun am existenzminimum stehen. Und er erzählt, wie wenig sie bescheid wissen. Bis vor einer Woche, hatten viele in seinem Dorf keine Ahnung, was in der welt ‚da Draussen’zur Zeit passiert. 

„Es gibt keine Fernseher und kein Radio. Also haben wir den Trommler aus alten Zeiten wieder verpflichtet.“ Ein Freund Neeraj’s wurde mit schutzkleidung ausgestattet und lief so trommelnd durch die siedlungen. „Schützt euch! Wascht die Hände!“ Das Problem sei nur, dass es keine Schutzmasken, keine Seife gebe, und das obwohl in dieser Krise viele Biharies aus den Hotspots der Virus Verbreitung zurückgekommen sind und schon die ersten Symptome zeigen. 

„Wir brauchen Quarantäne-Plätze, aber die Schule, die dafür vorgesehen war, ist verschlossen. Niemand kann rein und daher kann sich niemand von der Bevölkerung sich in selbst Isolation begeben.“

Neeraj wird jetzt selbst aktiv. Gemeinsam mit Freiwilligen bereiten sie nun Ställe und Schuppen als mögliche Quarantäne Stationen vor. Mit Stoffschals basteln sie sich Masken und stellen nun selbst Fluessig Seife her. 

 

Im Nachbarstaat, odissa, ebenfalls weit weg von der Zivilisation, lebt in einer Ureinwohner Kommune Sadhana, kanthari Absolventin von 2017, die mit ihrem projekt Sadhan, Frauen, die von ihren Ehemännern verprügelt werden, durch Skilltraining zu einer neuen selbstständigkeit verhilft. 

Als ich sie fragte, wie es ihr ginge, erzählte sie von den Frauen, die den virus für ein Gerücht halten. Ja, man wundere sich, dass alles zum stillstand komme, niemand mehr ein Einkommen habe. „Die Leute haben nichts mehr zu essen, aber sie bringen es nicht mit einer Erkrankung zusammen.“ 

„Und wie geht es Dir?“ Darauf eine lange Pause und dann meinte sie lakonisch, „ich habe hunger!“

Sadhana ist geschieden und scheinbar gelten die Rettungsmaßnahmen, jede Familie solle Grundnahrungsmittel erhalten, nicht für sie und auch nicht für Jyotshna, eine ebenfalls geschiedene kanthari Absolventin von 2013, die ein ähnliches Projekt in einer anderen Gegend gegründet hat. 

 

Kabir lebt auch in einer eher abgelegenen Gegend in Bangladesh. Das größte Problem sei hier, dass die Leute aus den Städten auf die Dörfer flüchten und das Virus so über das ganze Land verteilen. Bis vor Kurzen gab es noch keine realistische Einschätzung darüber, wie man sich schützen sollte, denn die Religiösen Führer meinten, wer gläubig sei, dem sei geholfen. Kabir kümmert sich mit seiner Organisation Oniruddah Bangladesh  um Familien mit Geistig-Behinderten Kindern und Jungen Erwachsenen. Das ist diesen Zeiten eine besondere Herausforderung, denn wie soll man ihnen erklären, dass sich die Welt gerade drastisch verändert. Viele geistig Behinderte Erwachsene haben die Angewohnheit, im Dorf herumzustreifen und mit allen ein Gespräch anzufangen. „Einsperren ist ohne es erklären zu können, nicht so einfach.“, sagt Kabir, der sich selbst zu Zeit verstärkt um seinen geistig behinderten älteren Bruder kümmert. 

 

Auch wir leben ein wenig ausserhalb der Stadt, aber macht Euch keine Sorgen, uns geht es den Umständen entsprechend noch gut. wir nutzen die Zeit mit unseren Alumni zu telefonieren und wir beobachten, wie in Zeiten der Krise mehr Menschen sich für kantharis interessieren. 

Entgegen unserer Erwartung kommen auch mehr Anmeldungen aus der ganzen Welt rein, darunter Angola, Zambia, Somalia, Pakistan, Bangladesh..

Es scheint so, als würden sich die Leute darauf besinnen, was jetzt wirklich wichtig ist. Essen, Gesundheit und Solidarität.